Die nordrhein-westfälische Landesregierung will landesweit verpflichtende ABC-Klassen für Kinder einführen, die vor der Einschulung nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen. Das teilten Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Schulministerin Dorothee Feller (CDU) am Dienstag in Düsseldorf mit. Die Vorkurse sollen im Schuljahr vor der Einschulung zweimal wöchentlich stattfinden und von Grundschullehrkräften sowie sozialpädagogischen Fachkräften durchgeführt werden.
Laut den Plänen sollen künftig alle Kinder bei der Schulanmeldung eine einheitliche Sprachstandsfeststellung durchlaufen.
Die Anmeldung soll dafür vom Herbst auf das Frühjahr des Jahres vor der Einschulung vorgezogen werden, erstmals 2028. Feller verwies auf aktuelle Schuleingangsuntersuchungen, wonach etwa ein Drittel der Kinder nicht über hinreichende Deutschkenntnisse für einen erfolgreichen Unterrichtsstart verfüge.
Die Teilnahmeverpflichtung an den ABC-Klassen soll für Kinder gelten, die ab dem 1. August 2029 schulpflichtig werden, mit ersten Kursen im Schuljahr 2028/29. Zusätzlich ist eine "ABC Plus"-Förderung geplant, bei der Schulleiter entscheiden können, ob Kinder die Schuleingangsphase in drei statt zwei Jahren durchlaufen. Die entstehenden Mehrkosten für Kommunen will das Land über ein Belastungsausgleichsgesetz regeln.
NRW plant verpflichtende ABC-Klassen für sprachschwache Kinder vor Einschulung
über dts Nachrichtenagentur
13. Januar 2026 - 10:55 Uhr
Von Peter Heidenreich