Die Initiative NOlympia Hamburg hat Kritik an einem Werbebrief von Bürgermeister Peter Tschentscher geübt. Der Brief sei inhaltlich nicht erforderlich und angesichts der hohen Wahlbeteiligung unverhältnismäßig, teilte NOlympia-Sprecher Eckart Maudrich am Donnerstag mit.
Der Bürgermeister hatte am 12. und 13. Mai einen Brief an 500.000 Haushalte verschickt, in dem er zur Teilnahme an der Olympia-Abstimmung aufrief. Nach Angaben von NOlympia kostete die Aktion knapp 100.000 Euro.
Die Initiative rechnet vor, dass dieser Betrag etwa dem Preis für den barrierefreien Umbau einer Bushaltestelle entspreche. Zum Vergleich: Das Olympiabudget sehe für barrierefreie Bushaltestellen 2,8 Millionen Euro vor, was rund 19 Haltestellen entspreche. Hamburg habe insgesamt 4.400 Bushaltestellen.
Bis zum 13. Mai hätten bereits 300.000 der 1,3 Millionen Stimmberechtigten abgestimmt, was einer Beteiligung von 23 Prozent entspreche. Dies sei im Vergleich zu früheren Volksentscheiden ein Rekord. Der Brief sei zudem auch an nicht stimmberechtigte Bürger gegangen, was nach Einschätzung des Landeswahlleiters zu Nachfragen führen werde. Maudrich kritisierte, der Brief sei inhaltlich überwiegend Olympia-Werbung und breche das Versprechen von mehr Inklusion.
NOlympia: Tschentscher-Brief kostet so viel wie barrierefreie Bushaltestelle
über dts Nachrichtenagentur
14. Mai 2026 - 13:30 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland