Die Zahl junger Menschen in Nordrhein-Westfalen, die eine Eingliederungshilfe wegen seelischer Probleme in Anspruch nehmen, hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Das teilte der Landesbetrieb Information und Technik (IT.NRW) als Statistisches Landesamt am Donnerstag mit.
Im Jahr 2024 waren rund 44.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre betroffen, während es 2014 noch knapp 19.000 waren. Allein gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl um etwa zehn Prozent.
Die Statistik erfasst Hilfen nach Paragraf 35a des Sozialgesetzbuches VIII bei drohender oder bestehender seelischer Behinderung, etwa bei Ängsten, Depressionen oder Essstörungen.
Knapp zwei Drittel (62 Prozent) der Betroffenen waren im Alter von 10 bis unter 18 Jahren. Ein Viertel war jünger als zehn Jahre, die übrigen 13 Prozent waren junge Erwachsene zwischen 18 und 27 Jahren. Der Großteil der Hilfen wurde ambulant, teilstationär oder vollstationär erbracht. Die Behörde weist darauf hin, dass es sich um Mindestzahlen handelt, da einige Kommunen in den Jahren 2023 und 2024 keine oder unvollständige Daten melden konnten.
Nach Angaben der Jugendämter besuchten etwa 90 Prozent der betroffenen jungen Menschen eine Schule oder Ausbildungsstätte. Das entsprach rund 28.900 Personen. Von diesen waren knapp 40 Prozent Grundschüler. Etwa je 19 Prozent besuchten Förder- oder Sonderschulen beziehungsweise Schulen mit mehreren Bildungsgängen. Die Daten stammen aus der Statistik der erzieherischen Hilfen, die jährlich bei den Jugendämtern erhoben wird.
Mehr junge Menschen in NRW erhalten Hilfe bei seelischen Problemen
über dts Nachrichtenagentur
22. Januar 2026 - 08:55 Uhr
Von Peter Heidenreich