In der als Notstandort konzipierten Erstaufnahmeeinrichtung in der Harburger Schlachthofstraße sind erste Verbesserungen umgesetzt worden. Das teilte die flüchtlingspolitische Sprecherin der Linken-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Ensslen, mit. Demnach wurde das Sicherheitsunternehmen ausgetauscht und ein neuer Caterer beauftragt.
Zudem werden die nach oben offenen Kompartiments nun nicht mehr mit zwölf, sondern mit maximal acht alleinreisenden Männern belegt.
Die Maßnahmen folgen auf lautstarke Proteste der Bewohner in den vergangenen Monaten. Ensslen wertet sie als ersten Erfolg, kritisiert aber, dass die strukturellen Probleme fortbestünden. So seien Erwachsene teilweise seit über 840 Tagen, also mehr als zwei Jahren, und Kinder seit weit über einem Jahr in der Lagerhalle untergebracht. Die dauerhafte Lärmbelastung sowie fehlende Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten blieben bestehen.
Die Linken-Politikerin forderte die Schließung des Standorts und die Schaffung menschenwürdiger Unterbringungskapazitäten. Sie warf dem Hamburger Senat vor, das Problem aufgrund sinkender Zuwanderungszahlen aussitzen zu wollen. Laut einer parlamentarischen Anfrage der Linken werden weiterhin neue Menschen in der Einrichtung untergebracht, darunter auch Minderjährige.
Linken-Anfrage: Erste Verbesserungen in umstrittener Flüchtlingsunterkunft in Hamburg
über dts Nachrichtenagentur
16. Januar 2026 - 11:45 Uhr
Von Peter Heidenreich