Die Hamburger Linke sieht durch den geplanten Ersatz des Kohleheizkraftwerks Wedel durch ein Gaskraftwerk die Gefahr steigender Fernwärmepreise. Das teilte der umweltpolitische Sprecher Stephan Jersch mit. Aus der Antwort des Senats auf eine Kleine Anfrage gehe zwar hervor, dass die Stilllegung des Kohlekraftwerks und die Inbetriebnahme des Gas- und Dampfturbinenkraftwerks (GuD) Dradenau geplant seien.
Fragen zur künftigen Preisgestaltung für die Verbraucher blieben aber offen.
Jersch kritisierte, der Senat könne nicht sagen, was die Umstellung von Kohle auf Erdgas für die Kundschaft bedeute. 'Es sollte zumindest schon heute Lieferverträge für den Erdgasbezug geben und eine transparente Preiskalkulation', sagte er. Der '30-Prozent-Schock' der letzten Preiserhöhung sitze den Menschen noch in den Knochen. Die Linke fordert, dass das Kraftwerk Wedel nach der aktuellen Heizperiode endgültig abgeschaltet und nicht als Reserve vorgehalten wird.
Laut der Senatsantwort, die der Anfrage beilag, hat die Inbetriebnahmephase des neuen GuD Dradenau Ende 2025 begonnen. Der Senat verwies auf derzeit stark schwankende Energiepreise und sah keine Möglichkeit, eine konkrete Prognose zu den Auswirkungen auf die Fernwärmepreise abzugeben. Das Kohlekraftwerk Wedel war in den letzten Monaten mehrfach wegen Reparaturarbeiten ausgefallen, die Versorgung wurde durch andere Heizwerke und eine Power-to-Heat-Anlage aufrechterhalten.
Linke warnt vor Fernwärmepreiserhöhung durch Kraftwerk-Umstellung
über dts Nachrichtenagentur
17. April 2026 - 14:35 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland