Linke fordert Digitalisierungsoffensive für Hamburger Staatsarchiv

Linke fordert Digitalisierungsoffensive für Hamburger Staatsarchiv - (Foto: Aktenordner in einer Verwaltung (Archiv))
Die Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft hat scharfe Kritik an den Zuständen im Hamburger Staatsarchiv geübt. Wie der erinnerungspolitische Sprecher Marco Hosemann am Mittwoch mitteilte, sei die Auslagerung wichtiger Aktenbestände nach Stade ein Skandal. Die Fraktion fordert in einem Antrag für die Bürgerschaftssitzung am Donnerstag unter anderem eine eigene Digitalisierungsstraße und einen Shuttle-Service für Forscher. Hintergrund der Kritik ist die Verlagerung großer und forschungsrelevanter Aktenbestände in das Niedersächsische Landesarchiv nach Stade zum Jahresanfang.
Die Nutzer seien erst wenige Tage vor der Weihnachtsschließung informiert worden, was laufende Recherchen erheblich erschwert habe. Zudem seien die Bestände erst ab März nach und nach wieder nutzbar gewesen. Nach Angaben der Linksfraktion sind von den 3.007 Beständen des Staatsarchivs lediglich fünf vollständig digitalisiert. Hosemann kritisierte, dass der Senat offenbar nicht aus Fehlern der Vergangenheit wie dem Kassationsskandal 2018 gelernt habe. Die Fraktion fordert neben der beschleunigten Digitalisierung und einem Aktenshuttle auch die Einrichtung einer Expertenkommission, die künftig verbindlich bei Planungen einbezogen werden soll. Der Senat solle zudem bis Dezember über den Umsetzungsstand berichten.

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