KNDS, neben Rheinmetall der zweite große Hersteller von Heerestechnik in Europa, hat seinen für dieses Jahr angekündigten Börsengang nach Informationen des "Handelsblatts" auf unbestimmte Zeit verschoben. Stattdessen prüft nun der deutsche Staat die Übernahme der Anteile der Wegmann-Gruppe, die neben dem französischen Staat noch 50 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen hält. Für den ehemaligen Airbus-Chef Enders ist der geplante Staatseinstieg nur ein Zwischenschritt. "Eine Übergangslösung darf nicht mit einem langfristig tragfähigen Unternehmensmodell verwechselt werden", schreibt Enders.
Enders verweist auf die weitgehende Privatisierung des Flugzeugherstellers Airbus. "Die staatlichen Beteiligungen wurden begrenzt, die bisherigen Einflussrechte Frankreichs weitgehend abgeschafft und ein unabhängiger Verwaltungsrat geschaffen", schreibt Enders. "Wenn KNDS eines Tages als `zweites Airbus` bezeichnet würde, wäre das kein Vorwurf. Es wäre ein Kompliment und Beleg für Erfolg."