Die Gewerkschafterin verteidigte damit auch die Warnstreiks, mit denen die IG Metall von Sonntag an den Druck erhöhen will. Die Stimmung sei wirklich nicht gut nach diesem Minusangebot der Arbeitgeber, betonte Benner. Sie hätten die Tarifrunde damit unnötig zugespitzt und die Warnstreiks selbst provoziert. Die IG Metall fordert eine Lohnerhöhung von fünf Prozent sowie eine Gewinnbeteiligung für Beschäftigte ertragsstärkerer Unternehmen. Das Angebot der Arbeitgeber sieht vor, die Löhne Mitte 2028 um 1,3 Prozent zu erhöhen. Zuvor sollen die Beschäftigten Mitte 2027 eine Einmalzahlung in Höhe von einem Prozent des Jahresentgelts erhalten. Die Arbeitgeber hatten das Angebot in dieser Woche in die jeweils zweite Runde der regionalen Verhandlungen eingebracht.
In den Gesprächen geht es auch um eine Erweiterung tarifvertraglicher Gestaltungsspielräume für Unternehmen unter hohem Kostendruck. Benner knüpfte die Bereitschaft der IG Metall dazu jedoch an eine Kursänderung der Arbeitgeber. Eine Öffnung für neue betriebliche Zukunftspakte setze eine solide Vertrauensbasis zwischen den Tarifparteien voraus. Das aktuelle Angebot der Arbeitgeber sei für die Gewerkschaft alles andere als eine vertrauensbildende Maßnahme, erklärte Benner. Auf dieser Grundlage komme man nicht zusammen.
Die Verhandlungen sollen Anfang November weitergehen. Die Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie gelten für mehrere große Industriebranchen, darunter die Autoindustrie und der Maschinenbau.