Die für 2025 erwartete wirtschaftliche Erholung ist im baden-württembergischen Handwerk ausgeblieben. Das teilte der Präsident des Baden-Württembergischen Handwerkstags, Rainer Reichhold, am Montag mit. Der Umsatz stagniere, die Auslastung sank leicht, die Auftragseingänge gingen zurück und die Investitionsneigung blieb schwach, sagte Reichhold.
"2025 war ein Jahr ohne Schwung."
Insgesamt dürfte das abgelaufene Jahr mit einer Umsatzstagnation abschließen, real könnte es damit das fünfte Negativjahr in Folge werden. Besonders die Handwerke für den gewerblichen Bedarf spüren die schwache Industriekonjunktur. 'Solange zentrale strukturelle Probleme wie Energiekosten, Bürokratie und Transformationslasten ungelöst bleiben, wird das Handwerk keine großen Sprünge machen', erklärte Reichhold. Die Beschäftigung sinkt demografisch bedingt voraussichtlich um gut ein Prozent, während rund 13.000 Stellen offen bleiben.
Vorsichtiger Optimismus richtet sich auf das Jahr 2026. Die Baugenehmigungen sind von einem niedrigen Niveau aus gestiegen, was erste positive Signale für das Baugewerbe sendet. Auch bundespolitische Maßnahmen wie Bauturbo, Investitionsbooster und das Sondervermögen Infrastruktur könnten zu einem leichten Auftrieb beitragen. Der Verband rechnet im neuen Jahr nominal mit einem Umsatzplus von rund einem Prozent, was real jedoch immer noch ein Minus bedeuten würde. Mit Blick auf die neue Landesregierung forderte Reichhold entschlossenes Handeln und eine 'Entfesselungsphase'.
Handwerk in Baden-Württemberg erwartet leichte Besserung erst 2026
über dts Nachrichtenagentur
12. Januar 2026 - 11:55 Uhr
Von Peter Heidenreich