Hamburger Rot-Grün will Wissenstransfer an Hochschulen sichern

Hamburger Rot-Grün will Wissenstransfer an Hochschulen sichern - (Foto: Hamburgische Bürgerschaft (Archiv))
Hamburg - Die Hamburger Regierungsfraktionen von SPD und Grünen wollen die bestehende Förderung des Wissenstransfers an Hochschulen langfristig sichern. Das teilten die Fraktionen am Mittwoch mit.

Kunst- und Musikhochschulen sowie Hochschulen für Angewandte Wissenschaften sollen auch künftig Zugang zu Fördermitteln haben. Der Bund soll weiterhin den Großteil der Förderprogramme finanzieren. Über den gemeinsamen Antrag entscheidet die Hamburgische Bürgerschaft in ihrer Sitzung am 11. November. Die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Selina Storm, erklärte, die Transferförderung sorge dafür, dass Erkenntnisse aus der Wissenschaft in Unternehmen, Politik und Verwaltung ankommen.

Als Beispiel nannte sie das ligeti zentrum in Hamburg-Harburg, wo Künstler und Wissenschaftler zusammenarbeiten, um gesundheitsfördernde Potenziale von Musik zu untersuchen, musiktherapeutische Ansätze zu erarbeiten und Kunst durch virtuelle Realität erfahrbar zu machen. Solche Projekte müssten auch nach der geplanten Neuordnung der Transferförderung durch den Bund Bestand haben.

Storm forderte, dass der Bund weiterhin den überwiegenden Teil der Förderung trägt und keine zusätzlichen Kosten auf die Länder abwälzt. Die wissenschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Philine Sturzenbecher, betonte, bewährte Förderansätze und erfolgreiche Strukturen müssten verlässlich gesichert werden. Das ligeti zentrum zeige, wie viel entstehen könne, wenn Hochschulen unterschiedlicher Profile ihre Kompetenzen bündeln.

Solche Strukturen bräuchten auch über 2027 hinaus eine Perspektive. Deshalb müsse das bisherige Fördervolumen mindestens erhalten bleiben und der Bund weiterhin den weit überwiegenden Teil der Finanzierung übernehmen.

Auch Kunst- und Musikhochschulen müssten künftig Zugang zu diesen Fördermöglichkeiten haben. Die Bundesregierung plant, bestehende Bund-Länder-Programme wie Forschung an HAWs, FH-Personal und Innovative Hochschule in einer Deutschen Anwendungsforschungsgemeinschaft zusammenzuführen. Das Programm Innovative Hochschule, aus dem unter anderem das ligeti zentrum gefördert wird, läuft Ende 2027 aus.

Bislang wird es zu 90 Prozent vom Bund und zu 10 Prozent von den Ländern finanziert.