Während des Aufzugs kam es nach bisherigen Erkenntnissen zunächst vereinzelt zum Abbrennen von Pyrotechnik und zur Vermummung einzelner Teilnehmer. Im Bereich Steindamm/Lohmühlenstraße entwendeten mehrere Personen Absperrelemente und entzündeten damit ein Kleinfeuer innerhalb der Versammlung.
Im weiteren Verlauf wurden wiederholt Einsatzkräfte mit Steinen, Pyrotechnik und anderen Gegenständen beworfen, sodass die Polizei "Zwangsmittel" gegen die betreffenden Personen einsetzte. Der Versammlungsleiter beendete den Aufzug um 16:56 Uhr vorzeitig; ein Großteil der Teilnehmer hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits entfernt.
Anschließend versuchten an mehreren Orten mutmaßlich frühere Teilnehmer aus Kleingruppen heraus, Gegenstände auf die Fahrbahn zu ziehen und zu entzünden. Die Beamten verhinderten das konsequent.
In St. Georg überprüften Einsatzkräfte mehrere Personengruppen und erteilten unter anderem Platzverweise. Bis in den späten Abend sammelten sich im Umfeld des Hauptbahnhofs immer wieder größere Personengruppen, die Pyrotechnik zündeten und auf Beamte warfen. Die Ansammlungen von zum Teil mehreren hundert Personen wurden über Lautsprecher angesprochen und aufgefordert, sich zu entfernen.
Mehrere Bereiche wurden auch mit Unterstützung eines Wasserwerfers geräumt. Gegen 22:00 Uhr sammelten sich zahlreiche Personen im Bereich Steintorweg/Bremer Reihe, zündeten Pyrotechnik und versuchten unter anderem Baustellenmaterial, Unrat und Elektrokleinstfahrzeuge auf die Straße zu ziehen.
Beim sofortigen Einschreiten der Einsatzkräfte flohen die Personen in unterschiedliche Richtungen. Rund 120 Personen wurden angehalten und überprüft; die Einsatzkräfte stellten diverse Pyrotechnik sicher und nahmen alle vorläufig fest. Zeitgleich zu den Einsätzen in St. Georg am frühen Abend startete um 18:39 Uhr am Johannes-Brahms-Platz ein Aufzug unter dem Tenor "Feministische Halloween Demo" in der Neustadt.
Die Zahl der Teilnehmer lag in der Spitze bei 200; sie gingen friedlich bis zur Straße Am Brunnenhof, wo die Versammlung endete. Auch an anderen Stellen im gesamten Stadtgebiet war die Polizei präsent und begleitete die Halloween-Feierlichkeiten.
Ein besonderes Augenmerk lag auf bekannten Schwerpunkten der vergangenen Jahre; dort setzte die Polizei auch Drohnen ein. Mit einsetzender Dunkelheit verzeichnete sie im gesamten Stadtgebiet vermehrt Gruppen von Jugendlichen, die zum Teil auch Böller zündeten.
In Einzelfällen kam es zu Sachbeschädigungen, unter anderem durch Feuer. In mehreren Stadtteilen wurden Personengruppen kontrolliert, Platzverweise und Aufenthaltsverbote erteilt und pyrotechnische Gegenstände sichergestellt. Ein Sprecher der Polizei Hamburg erklärte: "Das Verhalten solcher Krawallmacher bestätigt, dass es genau richtig war, mit einem starken Kräfteaufgebot in den Einsatz zu gehen und konsequent einzuschreiten."
Er verwies darauf, dass die Drohnen geholfen hätten, relevante Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und Störer und Straftäter aus ihrer Anonymität zu holen. Gegen sie werde strafrechtlich ermittelt; die Polizei werde die festgestellten Straftaten konsequent verfolgen und alle erforderlichen Ermittlungsmaßnahmen ausschöpfen.
Valide Zahlen zu verletzten Polizisten, eingeleiteten Ermittlungsverfahren sowie zu Fest- oder Ingewahrsamnahmen lagen zunächst nicht vor. Insgesamt waren rund 1.300 Polizisten im Einsatz.