Über das Argument, entscheidend sei die Kompetenz und nicht das Geschlecht, müsse sie "sehr herzlich immer wieder lachen", sagte Esken. "Deswegen sind auch in den letzten 75 Jahren Männer an diese Stelle gewählt worden."
Den frühen Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder, Ilse Aigner ins Amt zu bringen, sieht Esken skeptisch. Sie habe sich gefragt, "ob der nicht zur Hälfte auch in die Richtung gemacht ist, um die Frau zu verhindern". Aigner wird häufig als mögliche Söder-Nachfolgerin genannt.
Einen eigenen Namen für die Wahl des Staatsoberhaupts wollte Esken nicht nennen. Den Personalvorschlag müsse die Union machen. "Es ist einfach nicht meine Rolle", erklärte sie.
Die Bundesversammlung soll am 30. Januar einen Nachfolger für Frank-Walter Steinmeier wählen. Wahlvorschläge für die Wahl des Bundespräsidenten kann jedes Mitglied der Bundesversammlung bei der Präsidentin des Bundestages schriftlich einreichen. Die Union wird bei der Bundesversammlung die meisten Mitglieder stellen und könnte beispielsweise zusammen mit der SPD eine Mehrheit bilden. Eine offizielle Nominierung gibt es bislang nicht. Söder hatte bereits im April die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) ins Spiel gebracht.