Er erwarte erst für die Jahre 2029 oder 2030 eine Normalisierung der Strompreise auf Vorkrisenniveau, sprich 75 bis 80 Euro. Der Gaspreis könnte ihm zufolge bis dahin wieder auf 30 Euro fallen, das wäre der Preis von vor der Energiekrise 2022. Hintergrund ist, dass Kraftwerke am Strommarkt nach ihren variablen Erzeugungskosten sortiert und eingesetzt werden ("Merit-Order"). Das letzte Kraftwerk, das zum jeweiligen Zeitpunkt benötigt wird, um die Nachfrage zu decken, setzt den Preis - und das sind trotz steigender Erneuerbaren-Anteile immer noch oft Gaskraftwerke.
SPD und Grüne fordern als Mittel gegen steigende Strompreise immer wieder den Ausbau erneuerbarer Energien. "Wir müssen die Stunden, in denen fossile Kraftwerke benötigt werden, so gering wie möglich halten, um diesem preistreibenden Effekt wirksam entgegenzuwirken. Die aktuellen Kriege und ihre Auswirkungen auf die fossilen Ressourcenmärkte sind neuerlicher Beweis für den drängenden Handlungsbedarf im Umstieg auf erneuerbare Energien", sagte die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Der energiepolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Michael Kellner, kritisierte nicht nur die bislang ausgebliebene Senkung der Stromsteuer, sondern auch, dass die Bundesregierung den Zuschuss zu den Netzentgelten um eine Milliarde Euro reduziere und so die energieintensive Industrie weiter belastet habe.