In jedem zehnten Krankenhaus verdoppelte sich die Anzahl der Behandlungen demnach sogar, während in weiteren zehn Prozent der Einrichtungen ein Anstieg um etwa die Hälfte verzeichnet wurde. Barmer-Chef Christoph Straub warnte, dass die Überlastung der Notaufnahmen durch nicht dringliche Notfälle die Patientenversorgung gefährde. Er forderte eine verpflichtende telefonische Ersteinschätzung mit digitaler Unterstützung und verbindlicher Steuerung in die richtige Versorgungsebene, inklusive Terminvergabe.
Wie aus dem Krankenhausreport weiter hervorgeht, ist die Zahl der behandelten ambulanten Notfälle über alle versorgenden Kliniken hinweg zwischen den Jahren 2015 und 2024 von 12,3 auf 12,7 Millionen gestiegen. Dabei zeigt sich allerdings, dass die Belastung für die Kliniken nicht überall gleich stark zugenommen hat. Während die Fallzahl in zwei von fünf Krankenhäusern um 39 Prozent gestiegen ist, ist sie in weiteren zwei von fünf Einrichtungen um 26 Prozent gesunken.
In Relation zur Einwohnerzahl haben laut Report im Jahr 2024 Krankenhäuser in Baden-Württemberg 50 Prozent mehr ambulante Notfälle behandelt als im Bundesdurchschnitt. In den Kliniken in Thüringen hingegen lag die Quote knapp 22 Prozent unter dem Mittelwert. Die Inanspruchnahme ambulanter Notfallbehandlungen im Krankenhaus hat sich regional auch sehr unterschiedlich entwickelt. Während sie zwischen den Jahren 2015 und 2024 in Bremen und Berlin um 15 beziehungsweise 14,6 Prozent gesunken ist, ist sie in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz um 18,7 und 19,9 Prozent gestiegen.