Dax lässt nach - Ölpreis steigt trotz Waffenruhe

Dax lässt nach - Ölpreis steigt trotz Waffenruhe - (Foto: Frankfurter Börse)
Am Mittwoch hat der Dax nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 24.195 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Nach einem freundlichen Start dreht der Dax ins Minus, erholte sich zwischenzeitlich und fiel am Nachmittag erneut. "Während die Indizes in New York im Rallymodus bleiben, haben die europäischen Investoren noch so einige Befürchtungen und Ressentiments gegenüber der propagierten verlängerten Waffenruhe im Iran-Krieg", kommentierte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst CMC Markets.
"Die Blockade der Straße von Hormus ist davon ausgenommen und somit bleibt der Schiffsverkehr weiterhin gesperrt. Dies spiegeln die Ölpreise wider und die Nordseesorte Brent notiert erneut über 100 Dollar pro Barrel." Die europäische Wirtschaft werde von den gestiegenen Energiepreisen stärker getroffen als die in den USA, so Lipkow. "Das preisen die Anleger gerade ein. Auch wird durch die einseitig verlängerte Feuerpause die Situation im Nahen Osten nicht einfacher, sondern sie verkompliziert diese eher. Denn es ist immer noch nicht klar, wer eigentlich von iranischer Seite die Verhandlungen mit den USA nachhaltig führen kann und ob die potenziellen Ergebnisse dann auch entsprechend umgesetzt werden können." Deshalb wandere der Fokus der Investoren auf die laufende Berichtssaison, erklärte der Analyst. "Sie erhoffen sich Indizien, wie es um die wirtschaftliche Situation in den einzelnen Sektoren steht. Der US-Flugzeughersteller Boeing konnte mit seinen ausgelieferten Flugzeugen die Markterwartungen nicht schlagen. Heute Abend stehen die Zahlen von Tesla auf der Agenda. Das Sentiment gestaltet sich auch hier eher abwartend, verbunden mit hohen Erwartungen." An der Spitze der Kursliste in Frankfurt standen bis kurz vor Handelsschluss die Papiere von Siemens Energy, gefolgt von den Aktien von RWE und Infineon. Das Schlusslicht bildeten die Papiere von Deutscher Telekom, MTU und Commerzbank. Unterdessen stieg der Gaspreis: Eine Megawattstunde (MWh) Gas zur Lieferung im Mai kostete 43 Euro und damit vier Prozent mehr als am Vortag. Das impliziert einen Verbraucherpreis von mindestens rund neun bis elf Cent pro Kilowattstunde (kWh) inklusive Nebenkosten und Steuern, sollte das Preisniveau dauerhaft so bleiben. Der Ölpreis stieg stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Mittwochnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 101,40 US-Dollar, das waren 3,0 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags. Die europäische Gemeinschaftswährung war am Mittwochnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1723 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8530 Euro zu haben.

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