An der Spitze der Kursliste standen die Aktien von Fresenius Medical Care, die bis kurz vor Handelsschluss mit über zwei Prozent kräftig zulegten, gefolgt von den Papieren von Beiersdorf und Zalando. Am Ende der Kursliste standen dagegen die Aktien von MTU Aero Engines, die bis kurz vor Handelsschluss mit über vier Prozent sehr stark im Minus waren, gefolgt von den Papieren von Siemens Energy und der Deutschen Telekom.
"Der Verkaufsdruck hat zwar nachgelassen, von einer echten Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Die Anleger warten auf neue Impulse aus den USA, während sich die wirtschaftlichen Perspektiven für Europa zunehmend eintrüben", sagte Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.
Besonders die weiter steigenden Ölpreise entwickelten sich zu einer ernsthaften Belastung. "Die heute veröffentlichten europäischen Einkaufsmanagerindizes haben bereits gezeigt, wie fragil die Konjunktur inzwischen ist. Die eigentliche Gefahr liegt dabei in den verzögerten Auswirkungen des Energiepreisschocks. Höhere Transport- und Produktionskosten werden häufig erst nach Monaten an die Verbraucher weitergegeben. Die Zweit- und Drittrundeneffekte könnten deshalb noch weit ins kommende Jahr hineinreichen. Die Börsen reagieren derzeit auf die Inflation von heute, müssen aber zunehmend auch die Preissteigerungen von morgen einkalkulieren. Genau darin liegt das Risiko einer länger anhaltenden Belastung für Konjunktur und Unternehmensgewinne", so der Marktanalyst weiter.
Auch an der Wall Street wachse die Zurückhaltung. "Selbst überzeugende Quartalszahlen reichen kaum noch aus, um nachhaltige Kaufimpulse auszulösen. Die jüngsten Kursreaktionen bei Meta und SpaceX zeigen, dass Anleger positive Nachrichten zunehmend für Gewinnmitnahmen nutzen. Wenn selbst gute Geschäftsergebnisse nicht mehr belohnt werden, ist das ein deutliches Zeichen für die schwindende Risikobereitschaft. Am Nachmittag stehen mit den US-Einkaufsmanagerindizes und dem Verbrauchervertrauen der Universität Michigan zwei wichtige Stimmungstests an. Sie werden zeigen, ob die Kombination aus hohen Preisen und wachsender wirtschaftlicher Unsicherheit auch in den USA bereits deutliche Spuren hinterlässt", so Lipkow.
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Freitagnachmittag etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1199 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8929 Euro zu haben.
Der Goldpreis zeigte sich schwächer, am Nachmittag wurden für eine Feinunze 3.997 US-Dollar gezahlt (-0,6 Prozent). Das entspricht einem Preis von 114,75 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis stieg unterdessen stark: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Freitagnachmittag gegen 17 Uhr deutscher Zeit 116,30 US-Dollar, das waren 2,8 Prozent mehr als am Schluss des vorherigen Handelstags.