CSU-Fraktion fordert freien Zugang zu Psychotherapeuten ohne Hausarzt-Umweg

CSU-Fraktion fordert freien Zugang zu Psychotherapeuten ohne Hausarzt-Umweg - (Foto: Klinik für Psychiatrie (Archiv))
Die CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag hat sich für eine Ausnahmeregelung im geplanten Primärarztsystem des Bundes stark gemacht. Betroffene von psychischen Krisen sollen demnach weiterhin direkt einen Psychiater oder Psychotherapeuten aufsuchen können, ohne vorher einen Hausarzt konsultieren zu müssen. Einen entsprechenden Antrag hat der Landtag auf Initiative von CSU und Freien Wählern beschlossen, wie die Fraktion am Donnerstag mitteilte. Der Fraktionsvorsitzende Klaus Holetschek betonte, dass Menschen in einer psychischen Krise schnelle Hilfe benötigten.
Der direkte Zugang müsse erhalten bleiben, da sonst die Gefahr bestehe, dass notwendige Behandlungen aufgeschoben oder ganz abgebrochen würden. Das Bayerische Gesundheitsministerium habe die Bundesgesundheitsministerin bereits kontaktiert, und auch die Gesundheitsminister der Länder hätten auf Initiative Bayerns eine entsprechende Regelung gefordert. Holetschek kritisierte zudem die geplante Absenkung der Honorare für ambulante psychotherapeutische Leistungen, die die wirtschaftliche Führung von Praxen gefährde. Der gesundheitspolitische Sprecher Bernhard Seidenath ergänzte, dass die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen noch immer real sei. Wer in der Krise zusätzlich eine Überweisung vom Hausarzt beantragen müsse, breche den Weg zur Behandlung womöglich ganz ab. Das Primärversorgungssystem sei zwar richtig, müsse aber dort flexible Ausnahmen vorsehen, wo besondere Versorgungsbedarfe bestünden. Die CSU-Fraktion werde weiter Druck machen, um die ambulante psychotherapeutische Versorgung zu verbessern.

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