Bundeswehr sieht sich im Visier russischer Angriffe

Bundeswehr sieht sich im Visier russischer Angriffe - (Foto: Bundeswehr-Soldat mit Pistole (Archiv))
Die Bundeswehr warnt vor russischen Sabotageanschlägen auf deutsche Streitkräfte. Das geht aus einem internen Papier der Bundeswehr hervor, über das der WDR und die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwochausgabe) berichten.

Erstmals wird darin die Bedrohung durch russische Sabotageanschläge gegen die Bundeswehr in Deutschland als "erheblich" eingestuft. Es ist die zweithöchste Kategorie auf der Bewertungsskala der Streitkräfte.

Hintergrund der Maßnahme sind kürzliche Drohnenfunde in der Bundesrepublik. Anfang August wurde am Flughafen Leipzig/Halle eine sprengstoffbestückte Drohne gefunden. Kurz darauf entdeckte ein Landwirt in Wunstorf, unweit eines wichtigen Luftwaffenstützpunktes, eher zufällig eine weitere Drohne. Sie ähnelt dem Fluggerät aus Leipzig in der Bauweise, und war wohl ebenfalls mit Sprengstoff präpariert. Während es am Leipziger Flughafen offensichtlich darum ging, ukrainische Frachtflugzeuge zu zerstören, sollte die Wunstorfer Drohne wohl gegen Flugzeuge der Bundeswehr eingesetzt werden.

In der eingestuften Bundeswehranalyse heißt es nun, die Vorfälle würden unterstreichen, dass Russland seit geraumer Zeit nahezu sicher über die Fähigkeit und sehr wahrscheinlich jetzt auch über die gesteigerte Absicht verfüge, gegen Kräfte und Einrichtungen der Bundeswehr aber auch Partner wie der Ukraine in Deutschland vorzugehen. Das Ziel sei demnach "sehr wahrscheinlich eine Zersetzungsabsicht, die sich aktuell auf die politische und gesamtgesellschaftliche Schwächung" der deutschen Unterstützung für die Ukraine fokussiere. Zudem habe Moskau mit dem Einsatz von Drohnen als kinetisches Wirkmittel "eine bisher antizipierte rote Linie der Schädigungsabsicht mit kinetischer und/oder letaler Wirkung" gegenüber der Bundesrepublik und der Bundeswehr überschritten, heißt es in dem Papier.

Während der Vorfall Leipzig noch mit einer mittelbaren Bedrohung der Bundeswehr bewertet werden könne, sei mit dem Vorfall Wunstorf sehr wahrscheinlich von einer direkten Betroffenheit der Bundeswehr als Ziel auszugehen. Es sei, so die Prognose, aufgrund der Einschätzungen der Nachrichtendienste eine "kurzfristige Lageverschärfung zu erwarten und mit Aktionen in naher Zukunft zu rechnen". BND-Chef Martin Jäger sprach Anfang Oktober vor einem "gewaltsamen Konflikt mit Russland".


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