Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat die Bundesregierung aufgefordert, die Vorbereitung des Gesundheitssystems auf Krisen zu beschleunigen. Die Ministerin teilte am Mittwoch anlässlich des Kongresses 'Safety Camp' in Augsburg mit, die Menschen müssten sich auch bei Naturkatastrophen, Sabotage oder Cyberangriffen auf ein stabiles System verlassen können. 'Der Bund muss jetzt rasch handeln, die Länder sind hier schon weiter', so Gerlach.
Konkret forderte die CSU-Politikerin bundesweite Regelungen für die Gesundheitsversorgung im Krisenfall, etwa für Arzneimittelbevorratung und Patientensteuerung. Sie kritisierte, dass ein geplantes Gesundheitssicherstellungsgesetz frühestens 2027 in Kraft treten solle, und mahnte zügige Arbeiten am KRITIS-Dachgesetz zum Schutz kritischer Infrastrukturen wie Krankenhäuser an.
Zudem müsse der Bund Finanzmittel für die Ausbildung von Pflegeunterstützungskräften freigeben.
Bayern habe bereits 2025 einen Expertenrat Gesundheitssicherheit gegründet, der als Blaupause für einen bundesweiten Gipfel dienen könne, so Gerlach. Das Land stelle Krankenhäusern zwei Millionen Euro für Krisenübungen zur Verfügung und habe eine Kooperation mit der Bundeswehr für ein digitales Gesundheitslagebild gestartet. Diese Projekte sollten Vorbild für ganz Deutschland sein.
Bayerns Gesundheitsministerin fordert mehr Tempo bei Krisenvorsorge
über dts Nachrichtenagentur
28. Januar 2026 - 10:40 Uhr
Von Peter Heidenreich