Die Bayerische Staatsregierung hat in ihrer Kabinettssitzung vom 19. Mai ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Unterstützung des Aufwuchses der Bundeswehr beschlossen. Wie die Staatskanzlei mitteilte, sollen in Kempten, Nürnberg, Regensburg und Würzburg neue Musterungszentren eingerichtet werden, um das geplante personelle Wachstum der Streitkräfte auf 260.000 aktive Soldaten bis 2035 zu bewältigen. Die Staatsregierung sprach sich zudem für eine möglichst rasche Einführung der gesetzlich vorgesehenen Bedarfswehrpflicht aus, da Zweifel bestehen, ob das Ziel auf rein freiwilliger Basis erreicht werden kann.
Ein zentraler Punkt der Sitzung war die Entwicklung des Defense Lab Erding (DLE) auf dem Gelände des Fliegerhorsts.
Nach der Eröffnung des Innovationszentrums der Bundeswehr im Februar und des Drohnenkompetenz- und Abwehrzentrums der Bayerischen Polizei im Mai soll dort ein bundesweit einmaliger Innovationscampus für Verteidigungs- und Dual-Use-Technologien entstehen. Die Staatsregierung betonte, dass die Freigabe von rund 22 Hektar Fläche durch das Bundesverteidigungsministerium an die Stadt Erding zugesagt sei, was auch den Weg für den lange geplanten Erdinger Ringschluss ebne.
Im Bereich der Verteidigungsindustrie sieht sich Bayern als bundesweiter Spitzenreiter. Mit rund 200 Unternehmen und 50.000 Beschäftigten erwirtschaftet die Branche einen Jahresumsatz von etwa 9,5 Milliarden Euro. Die Staatsregierung verwies auf Rekordfinanzierungen von Start-ups, die alle in Bayern ansässig sind. Über 90 Prozent der gesamten Investitionen in Verteidigungs-Start-ups in Deutschland flossen demnach im vergangenen Jahr in den Freistaat. Zudem kündigte die Staatsregierung ein fünftes Modernisierungsgesetz an, das unter anderem den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Verwaltungsverfahren und den Abbau von Beglaubigungspflichten vorsieht.
Bayern treibt Aufwuchs der Bundeswehr mit neuen Musterungszentren voran
über dts Nachrichtenagentur
19. Mai 2026 - 12:55 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland