Bayerischer Schienenpersonennahverkehr erreicht fast 13 Milliarden Personenkilometer

Bayerischer Schienenpersonennahverkehr erreicht fast 13 Milliarden Personenkilometer - (Foto: Gleise (Archiv))
München - Die Fahrgäste im bayerischen Schienenpersonennahverkehr haben im Jahr 2025 insgesamt fast 13 Milliarden Personenkilometer zurückgelegt und damit einen neuen Höchststand erreicht. Das teilte das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr mit.

Gegenüber dem Rekordjahr 2024 mit 12,4 Milliarden Personenkilometern bedeutet das einen Anstieg um rund vier Prozent. Außerhalb der beiden S-Bahn-Netze lag das Plus bei rund fünf Prozent: In den Regionalverkehrszügen stiegen die Personenkilometer von 9,4 Milliarden auf 9,88 Milliarden, bei der Münchner S-Bahn von 2,52 Milliarden auf 2,58 Milliarden und bei der Nürnberger S-Bahn von 514 Millionen auf 518 Millionen. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter wertet die Zahlen als klares Signal der Fahrgäste.

"Das ist ein eindeutiges Votum mit den Füßen und den Tickets", sagt er. Immer mehr Menschen im Freistaat nutzten im Nahverkehr die Bahn und wollten klimaschonend und sicher mobil sein.

Es zahle sich aus, dass Bayern das Angebot trotz erheblicher finanzieller Herausforderungen weiter hochhalte. Zugleich räumt er ein, dass es bei Qualität und Zuverlässigkeit wegen infrastruktureller Beeinträchtigungen weiter hake.

Angesichts hoher Spritpreise geht Bernreiter davon aus, dass der Nachfragetrend beim Bahnfahren auch in diesem Jahr anhält. Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, sagt, täglich seien in Bayern rund 1,5 Millionen Fahrgäste mit Regional- und S-Bahnen unterwegs. Seit der Regionalisierung vor 30 Jahren sei das Angebot im bayerischen Schienenpersonennahverkehr um zwei Drittel gewachsen, die Fahrgastnachfrage habe sich mit 13 Milliarden Personenkilometern mehr als verdoppelt.

Der neue Rekordwert zeige, dass die Fahrgäste die Angebote gerne annähmen. Beschleunigt worden sei die Entwicklung zuletzt auch durch das Deutschlandticket und das Ermäßigungsticket. Bernreiter und Fuchs wiesen zugleich darauf hin, dass die Erfolgsgeschichte nur fortgesetzt werden könne, wenn Länder und Aufgabenträger für Kapazitätssteigerungen zeitnah mehr Regionalisierungsmittel vom Bund erhielten.

Wegen massiv steigender Kosten bei Energie und Trassenpreisen wackele bundesweit das Angebot, wenn der Bund nicht ausreichend gegensteuere. Bernreiter forderte, der Bundesfinanzminister dürfe angesichts der Nachfragezahlen nicht den Kopf in den Sand stecken; ohne mehr Mittel sei das de facto auch eine Kürzung von Sozialleistungen, weil der staatlich unterstützte Nahverkehr Mobilität erschwinglicher mache. Der Nachfragezuwachs fiel 2025 nahezu flächendeckend aus.

Beispiele: Markt Schwaben bis Mühldorf plus 12 Prozent, Plattling bis Straubing plus 16 Prozent, Regensburg-Prüfening bis Neumarkt plus 28 Prozent, Bamberg bis Breitengüßbach plus 16 Prozent, Fürth bis Erlangen plus 10 Prozent, Bad Kissingen bis Gemünden plus 5 Prozent, Kempten bis Pfronten plus 21 Prozent. Wegen der gestiegenen Nachfrage haben 14 Bahnstationen erstmals oder wieder die Marke von 1.000 täglichen Ein- und Aussteigern von Montag bis Freitag übertroffen, darunter Augsburg Messe, Berchtesgaden Hbf, Bubenreuth, Cadolzburg, Dettingen (Main), Gersthofen, Gotteszell, Kleinostheim, Nördlingen, Nürnberg-Gleißhammer, Regen, Schondorf (Bay), Schwindegg und Vach.