Der Juso-Chef in Baden-Württemberg, Daniel Krusic, sieht im laufenden Wahlkampf kaum noch Chancen für einen Erfolg seiner Partei.
"Wir sind alle froh, wenn das am Sonntag vorbei ist", sagte Krusic der "taz". "Es ist deprimierend." Dabei sei die Stimmung an den Infoständen gar nicht so schlecht.
"Die Leute reden mit uns, unsere Kandidaten kommen gut an." Die Kombination aus einem anstrengenden Winterwahlkampf und der Fokussierung auf Grüne und CDU habe die SPD viel Kraft gekostet.
Der SPD droht bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg ihr historisch schlechtestes Ergebnis im Land. Mit Werten zwischen sieben und neun Prozent würde die Partei ihr mit elf Prozent schon dramatisches Ergebnis von vor fünf Jahren noch einmal deutlich unterbieten.
Spitzenkandidat Andreas Stoch sagte der "taz", der medial zugespitzte Wahlkampf auf Grüne und CDU habe eine eigene Positionierung fast unmöglich gemacht. "Ich höre oft, dass Leute Özdemir wählen wollen, um Hagel zu verhindern. Da kommst du gar nicht in die inhaltliche Debatte rein."
In Berlin wird diese Einschätzung geteilt. "Die Öffentlichkeit scheint sich nicht dafür zu interessieren, was die SPD im Wahlprogramm stehen hat", sagte Derya Türk-Nachbaur der "taz". Sie ist Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion und dort gleichzeitig stellvertretende Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg. Auch sie macht die mediale Zuspitzung auf den Kampf zwischen Özdemir und Hagel für die schlechten Umfragewerte verantwortlich. "Dass wir nicht zufrieden sind, ist kein Geheimnis, wenn man sich die Zahlen anguckt."
Für das Wahlergebnis möchte sich Stoch keine feste Zielmarke geben. "Wir wollen auf jeden Fall Zweistelligkeit erreichen", sagte er, "ich kämpfe bis zum letzten Blutstropfen, dass wir die elf Prozent von den letzten Wahlen übertreffen."
Baden-Württemberger SPD zeigt sich frustriert vom Wahlkampf
über dts Nachrichtenagentur
05. März 2026 - 16:10 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland