Anklage wegen versuchter Schockanrufe in Hanau und Landshut

Anklage wegen versuchter Schockanrufe in Hanau und Landshut - (Foto: Justicia (Archiv))
Frankfurt am Main - Gegen eine 39 Jahre alte Frau und ihren 20 Jahre alten Sohn ist Anklage wegen versuchten banden- und gewerbsmäßigen Betruges erhoben worden. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit. Sie wurde zur Jugendstrafkammer des Landgerichts Frankfurt am Main erhoben.

Die Frau war nach einem Fahndungserfolg im August in Rumänien festgenommen und nach Deutschland ausgeliefert worden; der Sohn war bereits im Mai festgenommen worden. Die beiden sind deutsche Staatsangehörige und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Nach Angaben der Behörde sollen die beiden als Teil einer international agierenden Gruppierung in Bayern und Hessen Schockanrufe zum Nachteil vorwiegend lebensälterer Menschen begangen haben.

Innerhalb der Bandenstruktur hätten sie die Rolle sogenannter Keiler eingenommen und gemeinsam mit weiteren, gesondert verfolgten mutmaßlichen Bandenmitgliedern aus Spanien telefoniert. Dabei hätten sie sich vornehmlich als Angehörige der potenziellen Opfer ausgegeben, die für einen tödlichen Verkehrsunfall verantwortlich gewesen sein sollen.

Anschließend hätten weitere mutmaßliche Bandenmitglieder die Rolle eines Polizeibeamten eingenommen, um die Opfer zur Herausgabe von Bargeld oder anderen Vermögenswerten als Kaution zur Vermeidung einer Untersuchungshaft zu verleiten. Zu einer tatsächlichen Übergabe kam es in keinem der insgesamt sechs Fälle, entweder wegen fehlender kurzfristig verfügbarer Vermögenswerte oder wegen sprachlicher Barrieren. Die 39-jährige Angeschuldigte soll im Februar nach Alicante gereist sein.

Dort soll sie gemeinsam mit einem gesondert verfolgten mutmaßlichen Bandenmitglied bis März in drei Fällen potenzielle Betrugsopfer in Obernbreit, Karlstein am Main und Kahl am Main telefonisch kontaktiert haben. Sie habe sich wahlweise als Sohn oder Nichte ausgegeben und vorgegeben, an einem tödlichen Verkehrsunfall beteiligt gewesen zu sein; das weitere Bandenmitglied habe sich als Polizeibeamter ausgegeben und zur Zahlung einer Kaution aufgefordert. Der 20-jährige Angeschuldigte soll Ende Februar ebenfalls nach Alicante gereist sein.

Gemeinsam mit einem gesondert verfolgten mutmaßlichen Bandenmitglied soll er im März in drei weiteren Fällen potenzielle Betrugsopfer in Hanau und Landshut kontaktiert haben. In zwei Fällen habe er sich wahlweise als Angehöriger oder Sohn ausgegeben und einen tödlichen Verkehrsunfall vorgegeben, während das Bandenmitglied als Verkehrspolizist eine Kaution verlangt habe.

In einem weiteren Fall habe er sich als Sohn des potenziellen Opfers und anschließend als psychologischer Betreuer ausgegeben, um eine Kautionszahlung zu erreichen.