Trotz gesetzlicher Vorgaben für erneuerbare Energien planen Betreiber von Rechenzentren eigene Gaskraftwerke. Wie das "Handelsblatt" berichtet, begünstigen fehlende Netzkapazitäten die lokale Stromversorgung mit fossiler Energie. "Das Stromnetz bietet nicht genügend Netzanschlusskapazitäten an den Orten, an denen Rechenzentren errichtet werden sollen", sagte Ralph Hintemann, der die Versorgung von Rechenzentren beim Borderstep Institut analysiert.
So gibt es verschiedene Beispiele für Gaskraftwerke, die aktuell in der Planung oder im Bau sind und die Stromversorgung von Rechenzentren sichern sollen.
So plant der Betreiber Edgeconnex in Maintal bei Frankfurt ein Rechenzentrum mit 170 Megawatt Leistung. Bis zum Anschluss ans Stromnetz im Jahr 2037 soll ein eigenes Gaskraftwerk den Strom liefern. Eon baut gemeinsam mit CyrusOne ein Kraftwerk mit 61 Megawatt (MW). In Mainz entsteht eine Anlage mit 54 Megawatt für die Notstromversorgung eines Rechenzentrums des Anbieters Green Mountain. In Birstein (Hessen) soll die "Frank Cube power station" der Argaman Group die Stromversorgung eines Rechenzentrums mit 200 MW Kapazität sichern.
Die Bundesregierung will die Kapazitäten bis 2030 auf sechs Gigawatt verdoppeln. Dennoch müssen ab 2027 Rechenzentren ihren Strom bilanziell zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen. Betreiber können ihren Verbrauch jedoch über Zertifikate ausgleichen.
"Grüne" Rechenzentren greifen auf Gas zurück
über dts Nachrichtenagentur
25. März 2026 - 06:50 Uhr
Von Peter Heidenreich - Deutschland