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Studie der BTU Cottbus-Senftenberg untersucht Selbstbestimmung bei Geburten

Studie der BTU Cottbus-Senftenberg untersucht Selbstbestimmung bei Geburten - (Foto: Medizinisches Personal in einem Krankenhaus (Archiv))
Eine Studie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) hat untersucht, was Selbstbestimmung für Gebärende und Hebammen in der Praxis wirklich bedeutet. Die Wissenschaftlerin Marie Tallarek teilte am Dienstag mit, dass Hebammen die Selbstbestimmung der Frauen stets mit ihrer eigenen Fürsorgepflicht und Verantwortung sowie den Vorgaben ihrer Einrichtungen abgleichen müssten. Dies schränke die Handlungsoptionen während der Geburt mitunter ein. Für die Forschung wurden zwölf Hebammen aus sieben Bundesländern interviewt.
Tallarek zufolge entsteht Selbstbestimmung nicht automatisch, sondern sei das Ergebnis ständiger Abwägung, Aushandlung und der Gestaltung einer vertrauensvollen Beziehung. Die Reaktionen der Hebammen auf die Wünsche der Gebärenden reichten von respektvoll und beziehungsorientiert bis hin zu standardisiert und regelbasiert. Jede Entscheidung finde innerhalb eines vorgegebenen 'Möglichkeitsrahmens' statt, der dazu diene, verantwortliches Handeln sicherzustellen. Die Studie schließt damit eine Forschungslücke, da die Perspektive der Hebammen auf selbstbestimmte Geburten bisher wenig untersucht war, obwohl sie das Geburtsgeschehen maßgeblich beeinflussen.

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