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Pendlerchaos für tausende Brandenburger wegen Streik

Pendlerchaos für tausende Brandenburger wegen Streik. Symbolbild von Soeren Stache/dpa

Zigtausende Pendler in Brandenburg werden am Montag von Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr betroffen sein. Die Gewerkschaft Verdi kündigte im Rahmen der Tarifrunde Arbeitsniederlegungen an, um den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die Arbeitgeber hätten in der ersten Runde kein Angebot vorgelegt, sondern zusätzliche Belastungen vorgeschlagen. Auch in anderen Ländern wie Berlin hat Verdi zu Warnstreiks bei den Verkehrsunternehmen aufgerufen. Die Arbeitgeber sprachen von einer «unnötigen Eskalation».

Diese Verkehrsunternehmen machen mit

Alle kommunalen Verkehrsunternehmen in Brandenburg, die Mitglied im Kommunalen Arbeitgeberverband sind, seien von den Warnstreiks betroffen, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Germanus. Der Verkehrsbetrieb Potsdam ging davon aus, dass von Montag, 3.00 Uhr, bis Dienstag, 3.00 Uhr, voraussichtlich alle Fahrten der Tram, Fähre und ein Großteil der Busfahrten ausfielen - mit Subunternehmern verkehrten mehrere Buslinien teils eingeschränkt. Cottbusverkehr teilte mit, dass es voraussichtlich den ganzen Tag erhebliche Einschränkungen auf dem gesamten eigenen Liniennetz und dem von Spree-Neiße-Cottbusverkehr komme.

Am Warnstreik nehmen teil: Uckermärkische Verkehrsgesellschaft, Barnimer Busgesellschaft, Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder), Busverkehr Oder-Spree, Mobus Märkisch-Oderland Bus, Schöneicher-Rüdersdorfer Straßenbahn, Ostprignitz-Ruppiner Personennahverkehrsgesellschaft, Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel, Verkehrsbetrieb Potsdam, Regiobus Potsdam Mittelmark, Havelbus Verkehrsgesellschaft, Verkehrsgesellschaft Teltow Fläming, Cottbusverkehr, Spree-Neiße Cottbusverkehr, Regionale Verkehrsgesellschaft Dahme Spreewald und Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz.

Auch in Berlin wird es eng: Am Montag soll der Tram-, Bus- und U-Bahnverkehr der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ganztägig bestreikt werden, nur die S-Bahn ist nicht betroffen.

Weitere Warnstreiks noch offen

Die Aktion am Montag ist nach Angaben von Verdi nicht zeitlich begrenzt. Der Aufruf zum Warnstreik sei für den ganzen Tag bestimmt, sagte die Verhandlungsführerin. Ob es weitere Aktionen danach gibt, war zunächst offen. «Wir können das noch nicht absehen», sagte Germanus. Am Dienstag (3. Februar) steht erst mal die nächste Verhandlungsrunde zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeberverband an. Der Ausgang entscheidet über mögliche weitere Warnstreiks.

Tipps für betroffene Pendler

Als Alternativen kommen das Auto oder - wenn möglich - der Weg zu Fuß infrage. Die Gewerkschaft empfiehlt, sich früh genug über Fahrmöglichkeiten zu informieren. Verhandlungsführerin Germanus sagt: «Ich denke, dass man sich da mit Fahrgemeinschaften einrichten kann.» Die Gewerkschaft betont, dass zumindest der Schülerverkehr wegen der Winterferien nicht vom Warnstreik betroffen ist.

Kundgebungen von Verdi

Verdi kündigt zwei Versammlungen an: eine Streikversammlung in Potsdam bei den Verkehrsbetrieben in der Fritz-Zubeil-Straße 96 um 9.00 Uhr und in Cottbus eine Kundgebung ab 9.00 Uhr am Hauptbahnhof mit einem Abschluss ab 12.30 Uhr am Stadthaus. Die Gewerkschaft fordert unter anderem eine geringere Wochenarbeitszeit und kürzere Schichtzeiten, längere Ruhezeiten und höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. 

Arbeitgeber halten Forderungen für zu hoch

«Das Volumen der Forderungen würde zu Personalkostensteigerungen von circa 27 Prozent führen», erklärte der Kommunale Arbeitgeberverband Brandenburg. Er verwies auf schwierige Rahmenbedingungen. Der hohe Tarifabschluss aus der Tarifrunde 2024 sei eine Ausnahme gewesen. «An der Ausgangslage und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden Streiks nichts ändern», sagte Geschäftsführer Jens Schubert.


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