Die Gesundheitsversorgung in ländlichen Regionen wie der Prignitz muss nach Ansicht der Brandenburger Gesundheitsministerin Britta Müller (parteilos) künftig stärker auf eine Verzahnung von stationärer und ambulanter Versorgung setzen. Das teilte das Ministerium für Gesundheit und Soziales am Donnerstag mit.
Müller prägte dafür den Begriff "stambulant". Die Ministerin äußerte sich bei der Vorstellung der Ergebnisse des Forschungsprojekts "ProReVers", das zwei Jahre lang die Versorgungssituation in den Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin untersucht hatte.
Das Projekt, das mit rund 1,1 Millionen Euro gefördert wurde, kam zu dem Ergebnis, dass bis zu 20 Prozent der Krankenhausfälle in den beiden Regionen theoretisch ambulant behandelt werden könnten.
Für eine solche Verlagerung müssten jedoch erhebliche Hürden wie Fachkräftemangel, unzureichende Transportmöglichkeiten und die begrenzte Ausstattung in Arztpraxen überwunden werden. Lange Wege und Wartezeiten wurden in Patientenbefragungen als zentrale Probleme benannt.
An dem Projekt waren unter Federführung der AGENON GmbH die AOK Nordost, die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg, die KMG Kliniken SE und die Medizinische Hochschule Brandenburg beteiligt. Ziel war es, Instrumente zu entwickeln, um eine bedarfsgerechte Versorgung vor Ort zu sichern, die auch auf andere dünn besiedelte Regionen übertragbar sind. Die Ergebnisse wurden auf einem Fachsymposium in Berlin vorgestellt.
Ministerin sieht Zukunft der Landarztversorgung in "stambulanter" Versorgung
über dts Nachrichtenagentur
22. Januar 2026 - 14:45 Uhr
Von Sandra Will