Ein Grund für diese Entwicklung im Osten ist laut den Forschern der Rückgang der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter von 25 bis 39 Jahren, die um 16 Prozent abnahm. Bundesweit stieg die Zahl der Frauen in dieser Altersgruppe leicht um ein Prozent, im Westen sogar um drei bis fünf Prozent, was auf Zuwanderung aus dem Ausland zurückzuführen ist. Trotz dieser Zuwächse sank die Geburtenrate bundesweit um elf Prozent, was darauf hindeutet, dass es für Paare unattraktiver geworden ist, Kinder zu bekommen.
IW-Forscher Wido Geis-Thöne warnte, dass niedrige Geburtenzahlen langfristig das Arbeitskräfteangebot verkleinern und die Finanzierung des Sozialversicherungssystems gefährden könnten. Er forderte die Politik auf, die Entscheidung für Kinder zu erleichtern, und sprach sich gegen Kürzungen bei der Unterstützung für Familien aus, wie etwa beim Elterngeld. Familien bräuchten verlässliche Betreuung und Planungssicherheit. Geis-Thöne sagte, dass die meisten Familienleistungen Investitionen seien, die sich langfristig auch für die öffentliche Hand rechneten.