Die IG Metall will das Brandenburger Werk des Schienenfahrzeugbauers Alstom in Hennigsdorf in die milliardenschwere Ausschreibung für Teile des Berliner S-Bahn-Netzes einbinden. «Die Ausschreibung haben zwar Stadler in Pankow und Mobility in Treptow gewonnen, aber Alstom klagt», sagte der Leiter des IG Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto, der «Märkischen Allgemeinen» (Samstag/online). «Unser Ziel ist es, alle drei an einen Tisch zu bringen – gern unter Leitung von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU).»
In dem größten Vergabeverfahren für den öffentlichen Nahverkehr in Europa geht es um ein Auftragsvolumen von rund 15 Milliarden Euro. Es umfasst den Betrieb mehrerer S-Bahn-Linien ab den 2030er Jahren für 15 Jahre, die Lieferung von 1.400 neuen Wagen und die Fahrzeugwartung für 30 Jahre. Den Zuschlag erhielt zunächst ein Konsortium aus Deutscher Bahn, Stadler und Siemens, das sich gegen Mitbewerber Alstom durchsetzte. Alstom legte dagegen Einspruch bei der Berliner Vergabekammer ein. «Wir haben genug Auftragsvolumen für alle Werke in Deutschland», sagte Otto. «Wir können kein Interesse daran haben, dass sich Alstom, Stadler und Mobility untereinander verklagen.»