Das Brandenburger Bildungsministerium hat zum Start des zweiten Schulhalbjahres mehrere Änderungen umgesetzt, die sowohl die Unterrichtsverpflichtung für Lehrer erhöhen als auch bürokratische Hürden abbauen sollen. Das teilte das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport am Sonntag mit. Demnach müssen Lehrkräfte ab sofort eine Stunde mehr pro Woche unterrichten, was rund 11.500 zusätzliche Lehrerwochenstunden bringen soll.
Rund 40 Prozent der Pädagogen an Schulen mit besonderen Herausforderungen sind von dieser Erhöhung jedoch ausgenommen.
Gleichzeitig werden zahlreiche Entlastungsmaßnahmen wirksam. So entfällt die Pflicht zur Facharbeit in der neunten Klasse, und an Gymnasien werden die zentralen Prüfungen in Jahrgangsstufe 10 (P10) abgeschafft. Die Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens wird auf wenige Jahrgangsstufen reduziert, und Erziehungsmaßnahmen können künftig schneller von der Schulleitung allein entschieden werden, ohne dass eine Klassenkonferenz einberufen werden muss. Bildungsminister Steffen Freiberg sprach von einem 'schulplanerischen Ausnahmezustand'.
Zum Entlastungspaket gehört auch der Einsatz des KI-Chatbots 'telli' für die Unterrichtsvorbereitung. Die Schulen erhalten zudem wieder ihre vollen Stundenzuweisungen für Ganztagsangebote. Trotz der Maßnahmen betonte das Ministerium, dass der Lehrkräftebedarf insbesondere in ländlichen Regionen und angesichts steigender Schülerzahlen in berlinnahen Gebieten weiterhin eine große Herausforderung bleibe. Landesweit seien etwa 50 Versetzungen von Lehrkräften zum Halbjahreswechsel nötig geworden.
Brandenburg erhöht Unterrichtsverpflichtung
über dts Nachrichtenagentur
08. Februar 2026 - 12:25 Uhr
Von Sandra Will