In Berlin zirkuliert das hochpathogene Vogelgrippevirus H5N1 in der Wildvogelpopulation. Das teilte die Senatsverwaltung am Freitag mit. Seit Ende Oktober vergangenen Jahres wurde der Erreger bei insgesamt 41 Wildvögeln im gesamten Stadtgebiet amtlich festgestellt, bei 14 weiteren Tieren steht die Bestätigung noch aus.
Betroffen sind vor allem Kraniche, Wildgänse und Schwäne, aber auch Greifvögel, Möwen und ein Graureiher.
Der strenge Winter hat die Lage verschärft, da sich Wasservögel auf wenige eisfreie Flächen konzentrieren und so das Übertragungsrisiko steigt. Bundesweit wurden in diesem Jahr bereits 240 Ausbrüche bei Wildvögeln und 36 in Geflügelhaltungen registriert. Das Friedrich-Loeffler-Institut stuft die Gefahr der Einschleppung in Nutzgeflügelbestände weiterhin als hoch ein. Für Berlin wird bei einer weiteren Verschärfung der Seuchenlage eine angeordnete Stallpflicht für möglich gehalten.
Die Behörden raten dringend, tote oder kranke Kraniche, Wasser-, Raben- oder Greifvögel nicht anzufassen und Funde der zuständigen Veterinärbehörde zu melden. Geflügelhalter sollen ihre Tiere vor Kontakt mit Wildvögeln schützen und Biosicherheitsmaßnahmen überprüfen. Nicht registrierte Haltungen müssen umgehend angemeldet werden. Der Subtyp H5N1 kann in Einzelfällen auch auf den Menschen übertragen werden, direkter Kontakt mit potenziell erkrankten Vögeln ist unbedingt zu vermeiden.
Vogelgrippe breitet sich in Berliner Wildvogelpopulation aus
über dts Nachrichtenagentur
06. Februar 2026 - 11:45 Uhr
Von Sophie Neumann