Ein möglicher Start der Tour de France 2029 in Berlin und weitere drei Etappen im Osten Deutschlands würden Kosten von bis zu 25 Millionen Euro verursachen. Der zur Umsetzung des Vorhabens gegründete Verein kalkuliere mit einer solchen Summe, berichtet die «Mitteldeutsche Zeitung».
«Ein Drittel wollen wir mit privaten Sponsoren abdecken», sagte Thomas Hofmann, Präsident des sächsischen Radsportverbandes. Der Rest soll aus der öffentlichen Hand kommen. Aus Sachsen-Anhalt gibt es bereits die Zusage einer finanziellen Unterstützung, der Berliner Senat möchte sich damit beschäftigen. Die hohen Kosten - ein Großteil ist die Lizenzgebühr für den Tour-Veranstalter ASO - sollen sich in Werbe- und Tourismuseffekte umwandeln. «Für jeden Euro, den man ausgibt, kommt erfahrungsgemäß mehr als das Zehnfache zurück», sagte Andreas Prokop vom Verein «Grand Départ Allemagne». Dabei berief er sich auf Studien vergangener Tour-Starts. Ein Start in Berlin und anschließende Etappen durch Mitteldeutschland sollen laut Verein einen wirtschaftlichen Mehrwert von 150 Millionen Euro erzeugen.
Franzosen bestehen auf Berlin
An einem Start in Berlin führt derweil kein Weg vorbei, zudem soll sich das Tour-Peloton 2029, statt wie ursprünglich geplant 2030 auf den Weg machen. Das ergab sich aus Gesprächen mit der ASO, die das Jubiläum des Mauerfalls 1989 im Zentrum des Grand Départs sieht. Konkurrenz gibt es aus Slowenien, der Heimat des aktuellen Dominators Tadej Pogacar, und Tschechien. Sollte die deutsche Bewerbung den Zuschlag erhalten, dürfte die Tour mit einem Prolog in Berlin beginnen. «Durch das Brandenburger Tor, zur Siegessäule und französischen Botschaft», sagte Prokop. Anschließend soll es auf drei Etappen durch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gehen. Aus dem Tour-Start im Osten soll nach Ideen des Vereins nachhaltig ein Eintagesrennen entstehen. Pläne gibt es auch, sich im Anschluss um eine Straßenrad-Weltmeisterschaft zu bewerben.