Politische Gewalt in afrikanischen Ländern führt langfristig zu einem deutlichen Anstieg von häuslicher und anderer Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Das teilte ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Humboldt-Universität zu Berlin mit. Grundlage sind Befragungen von über 35.000 jungen Menschen im Alter von 13 bis 24 Jahren in neun Ländern Afrikas.
Die Analyse zeigt einen statistisch signifikanten Zusammenhang zwischen politischer Gewalt über einen Zeitraum von 15 Jahren und späterer emotionaler Gewalt durch Familienangehörige, körperlicher Gewalt durch Intimpartner sowie sexueller Gewalt in ärmeren Haushalten.
Dieser Effekt zeigte sich auch in Ländern mit weniger ausgeprägter politischer Gewalt wie der Elfenbeinküste, Namibia und Uganda. Bei der Betrachtung kürzerer Zeiträume war der Zusammenhang nicht nachweisbar.
"Es ist das erste Mal, dass diese Form der Gewaltkette empirisch nachgewiesen wurde", sagte Tilman Brück von der Humboldt-Universität. Die Studie liefere quantitative Belege dafür, dass politische Gewalt langfristig den Umgang mit jungen Menschen in Familien, Schulen und Gemeinschaften präge, lange nachdem die Konflikte beendet seien. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift "Nature Communications" veröffentlicht.
Studie von Berliner Forschern: Politische Unruhen führen zu mehr häuslicher Gewalt gegen junge Afrikaner
über dts Nachrichtenagentur
14. April 2026 - 16:50 Uhr
Von Sophie Neumann - Berlin