Musiker Frank Zander hofft nach den gewalttätigen Vorfällen beim Fußballspiel zwischen Hertha BSC und dem FC Schalke 04 auf eine rasche Aufarbeitung zwischen den Beteiligten. «Ich hoffe, dass sich Hertha, die Fanszene und die Polizei schnell an einen Tisch setzten und die Sache gründlich aufarbeiten, denn sonst gibt es nur Verlierer», sagte der Musiker, der am Samstag auch im Olympiastadion war, der Deutschen Presse-Agentur. «Sowas darf einfach nicht nochmal passieren.»
Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Samstag zwischen Anhängern des Berliner Vereins und der Polizei wurden im Stadionumlauf 21 Beamte und 31 Fans verletzt. Die Polizei nahm fünf Fans fest. Polizei und Fan-Vertreter warfen sich anschließend gegenseitig Provokationen, übertriebene Härte und Gewaltbereitschaft vor.
Zander sagte, er habe sich auf das Heimspiel seines Vereins gegen Schalke richtig gefreut. «Das Stadion war ausverkauft, Flutlicht, Bierchen und Gänsehaut-Stimmung zum Einlauf der Mannschaft mit meiner Hertha Hymne „Nur nach Hause…“». Die Fans in der Ostkurve hätten eine beeindruckende Choreografie vorbereitet. «Ich war echt stolz auf die Hertha und die Fans», sagte Zander.
«Habe so eine Situation noch nicht erlebt»
Als das Spiel begann, habe er gemerkt, dass etwas in der Ostkurve nicht stimme. «Keine Fangesänge, kein Ha-Ho-He.» In der Halbzeit sei spekuliert worden, was los ist - «und ich war einfach nur traurig, denn es hätte so ein schöner Abend werden können.» Im Nachhinein könne er nicht verstehen, wie so etwas passieren konnte. «Ich bin seit Jahrzehnten im Stadion und habe so eine Situation noch nicht erlebt».
Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sprach sich am Montag dafür aus, den Dialog mit der Hertha-Führung und der Polizei aufzunehmen. Mitte der Woche werde sie mit Club-Geschäftsführer Peter Görlich und Polizeipräsidentin Barbara Slowik Meisel zusammenkommen, teilte Spranger mit.