Drittes Google PhD Fellowship für Quantencomputing geht nach Berlin

Drittes Google PhD Fellowship für Quantencomputing geht nach Berlin - (Foto: Google (Archiv))
Berlin - Franz Josef Schreiber, Doktorand an der Freien Universität Berlin, hat einen Google PhD Fellowship für Quantencomputing erhalten. Das teilte die Universität am Montag mit. Der Nachwuchswissenschaftler forscht in der Arbeitsgruppe von Quantenphysiker Jens Eisert an der Freien Universität Berlin.

Für die Gruppe ist es bereits die dritte Auszeichnung dieser Art. Zuvor waren Elies Gil-Fuster und Antonio Mele mit einem Google PhD Fellowship ausgezeichnet worden. Das Programm fördert herausragende Nachwuchswissenschaftler, die an innovativen Forschungsfragen in der Informatik und angrenzenden Feldern arbeiten.

Die Auswahl erfolgt in einem internationalen Wettbewerb. Zu den Universitäten mit erfolgreichen Kandidaten zählen unter anderem das Massachusetts Institute of Technology, die University of Oxford und die University of California, Berkeley.

Die Freie Universität Berlin ist nach Angaben der Universität bislang die einzige deutsche Universität, die in das Programm für Quantum Computing aufgenommen wurde. Mit Schreiber erhält der dritte Nachwuchswissenschaftler in Folge aus Eiserts Arbeitsgruppe diese Auszeichnung. Schreiber forscht am Dahlem Center for Complex Quantum Systems.

Die Arbeitsgruppe von Eisert beschäftigt sich mit grundlegenden Fragen der Quantenphysik und Quanteninformation sowie mit neuen Methoden für Quantentechnologien und Quantencomputer. Schreibers Arbeit liegt an der Schnittstelle von Quantencomputing und Künstlicher Intelligenz.

Er untersucht, wie sich Eigenschaften von Quantenzuständen bestimmen lassen und wo die grundsätzlichen Grenzen solcher Verfahren liegen. Zudem erforscht er, ob und unter welchen Bedingungen Quantencomputer KI-Modelle verbessern können.

Damit verbindet seine Arbeit zwei zentrale Zukunftsfelder der deutschen Hightech-Agenda: Quantentechnologie und Künstliche Intelligenz. Er forscht auch zu der Frage, ob Quantencomputer Optimierungsprobleme tatsächlich besser lösen können als klassische Computer und unter welchen Voraussetzungen ein Vorteil entstehen könnte. "Das nun bereits der dritte Nachwuchswissenschaftler aus unserer Arbeitsgruppe mit einem Google PhD Fellowship ausgezeichnet wird, ist eine große Anerkennung für die Forschungsarbeit unseres Teams und für den Quantenforschungsstandort Berlin", sagt Jens Eisert, Quantenphysiker an der Freien Universität Berlin.

Er bezeichnete es als erstaunlich, dass die Freie Universität bislang die einzige deutsche Universität sei, an die in diesem Fach solche Stipendien verliehen worden seien. Es sei ermutigend, dass man von Berlin aus an der Spitze der Forschung mitspielen könne, fügte er hinzu.