Grünen-Spitzenkandidat Werner Graf sprach von "heftigen Wochen", die hinter allen Beteiligten lägen. Er hob die aus seiner Sicht "vielen grünen Erfolge" im Sondierungspapier, das am Samstag vorgestellt worden war. Unter anderem führte Graf den Radwegeausbau, Investitionen in Bus und Bahn sowie die Prüfung einer Verpackungssteuer an.
Zuvor hatte sich bereits der Berliner SPD-Landesvorstand für die Aufnahme von Koalitionsgesprächen mit der Linken und den Grünen ausgesprochen. Die Linke plant, am 31. Oktober auf einem Parteitag abzustimmen, ob sie Grüne und SPD zu Koalitionsverhandlungen einlädt.
Am Wochenende hatten die drei Gesprächspartner die Vorgespräche beendet und ein gemeinsames Sondierungspapier präsentiert, das die Grundlage für die Koalitionsgespräche bilden soll. Dabei einigte man sich unter anderem auf die Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen, den Ausbau der Radwege und ein günstigeres Sozialticket im öffentlichen Nahverkehr.
Die angestrebte Dreierkoalition hätte im neuen Berliner Abgeordnetenhaus 91 Sitze und damit 14 mehr als die absolute Mehrheit. Möglich wäre auch eine Koalition von CDU, Grünen und SPD, deren Mandatszahl allerdings nur zwei Sitze über der absoluten Mehrheit läge.