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reqPOOL: Ist ihr Kernbanksystem veraltet?

Historisch gewachsene Kernbanksysteme sind oft veraltet und sehr komplex. Foto: James Harrison/ Unsplash
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Die Abwicklung des Bankgeschäfts basiert seit Jahrzehnten auf dem hauseigenen Kernbanksystem (KBS). Dort werden Kundendaten gespeichert, die Geschäftsfälle auf den Konten im Bereich des Giro-, Spar- und Kreditgeschäfts verarbeitet und die Veranlagungsgeschäfte in Wertpapierdepots verwaltet. Da die IT-Landschaft einer Retail-Bank meist historisch gewachsen ist, weist diese eine hohe Komplexität mit einer Vielzahl an verschiedenen Modulen und Systemen auf, welche durch Schnittstellen verbunden sind. Diese Situation führt zu hohen Wartungskosten für die Bank. Meistens hat das Kernsystem der Bank seinen Lebenszenit überschritten, sodass eine Modernisierung ansteht.

Woran erkennen Sie, dass Ihr KBS veraltet ist, und Sie eine Modernisierung dringend einleiten sollten?

1. Komplexe IT-Landschaft
Hat sich in der Bank im Laufe der Zeit eine komplexe IT-Landschaft mit vielen unterschiedlichen Systemen, Modulen und Schnittstellen – kurz ein IT-Spaghetti-Haufen – gebildet?

2. Hohe Wartungskosten
Stellen die Kosten zur Erhaltung des Bankbetriebs beinahe den gesamten IT-Kostenblock dar und fehlen dafür Budgetmittel an anderen Stellen zur dringend nötigen Weiterentwicklung?

3. Fehlende Bankinnovationen
Fehlen der Bank die Ressourcen, um innovative, neue Bankprodukte und -dienstleistungen auf den Markt zu bringen (z.B. mobiles person-to-person zahlen – P2P Payments)?

4. Lebenszenit des KBS erreicht
Ist das KBS in einer Programmiersprache geschrieben, die nicht mehr an Fachhochschulen und Unis gelehrt wird (Cobol, Fortran, PL/I etc.)?

5. Personalmangel
Steht die Bank vor einer Pensionierungswelle jener IT-Schlüsselkräfte, die einen umfassenden Überblick über die IT-Landschaft besitzen?                                                                                                  
6. Altes Datenmodell
Ist das Datenmodell der Datenbank kontenzentriert und nicht kundenzentriert (im Sinne einer 360°-Betrachtung des Kunden)?
 
7. Lange Umsetzungszeiten
Kann die IT den Forderungen von Fachbereichen nach immer rascheren Umsetzungen neuer Funktionen, neuer Bankdienstleistungen und -produkte nicht mehr nachkommen?

8. Keine Realtime-Transaktionen
Kann die Bank keine Realtime-Transaktionen abbilden? Werden die Buchungen also nach wie vor in Stapelverarbeitung (Batchbetrieb) durchgeführt?

9. Gesetzliche Anpassungen
Ist die Bank primär mit der Umsetzung von gesetzlichen Anforderungen (Regulatorik) beschäftigt?

10. Fehlende Dokumentation
Hat die Bank Schwierigkeiten ihr gesamtes IT-System durchgängig gemäß gesetzlicher Anforderungen, z.B. der BAIT (Bankaufsichtliche Anforderungen an die IT) zu dokumentieren?

Wenn Sie diese Fragen überwiegend mit „Ja“ beantworten, sollten Sie die wichtigsten Erfolgskriterien für die Modernisierung des KBS kennen. Um die Kernbankablöse möglichst erfolgreich zu gestalten, gelten einige wichtige Regeln:                                                                                                                     
→ Zunächst einmal muss die zentrale Bedeutung eines KBS als unternehmensweites Rückgrat der Bank verstanden werden. Keine Bank kann ohne ein stabiles und tragfähiges Fundament wachsen.

→ Es sollte ein gemeinsames Verständnis dafür erzielt werden, dass es sich nicht lediglich um einen Tausch des KBS handelt, sondern eine Gesamttransformation der Bank zu einem vorher ausreichend definierten Zielmodell angestrebt wird.

→ Selbstverständlich muss auch das Team entsprechend aufgestellt sein: Der notwendige Einsatz der relevanten Fachkräfte und die Bereitstellung von ausreichenden Ressourcen durch die Bank sind obligatorisch.

→ Passt die avisierte Lösung und der Dienstleister zum Geschäftsmodell? Wenn nicht, muss noch einmal nachjustiert werden.

→ Zusätzlich zum IT-Bereich müssen das Topmanagement und die Fachbereiche eingebunden werden. Klar strukturierte Verträge und die transparente Darstellung von Projektinhalten müssen allen Beteiligten zugänglich sein.

→ Das straffe Projekt- und Changemanagement sorgt für „less is more“. Die Bank vermeidet einen Overkill durch Overload: Zu viele neue Themen auf das Migrationsprojekt aufzuladen, kann zu einer Verzögerung im Gesamtprojekt führen.

→ Und vermeiden Sie einen „Big Bang“. Es handelt sich um das Kernsystem – Sie sollten die Umstellung als ein fortlaufendes Innovations- & Transformationsprojekt verstehen.

Über den Autor:
Jakob Strasser leitet als Senior Manager bei reqPOOL die Branche Banken und Versicherungen. Die langjährige Erfahrung aus zahlreichen Projekten bei diversen Unternehmen aus der Finanzwirtschaft ermöglichen es ihm zielgerichtet zwischen den verschiedenen Stakeholdern als effektive Schnittstelle zu fungieren. Als Experte für digitale Transformation, IT-Sourcing und Projektmanagement sowie Software-Archäologie betreut Herr Strasser mit seinem Berater-Team zahlreiche Software- und Digitalisierungs-Projekte im deutschsprachigen und internationalen Raum.

Eine Firmen-Information von  reqPOOL

 

Tobias Sprengler
12.01.2021 12:28:31
Hallo, wo bekommt man mehr Informationen?
Katrin Dittrich
12.01.2021 13:57:24
Personal wird auch bei uns gesucht. Kennt jemand diese Firma? Leider kein Link zur Homepage.
Jakob Strasser
13.01.2021 17:12:29
Sie können mich gerne unter jakob.strasser@reqpool.com erreichen. Weitere Informationen zu ReqPOOL finden Sie unter www.reqpool.com
Norbert Krefeld
13.01.2021 17:59:49
Gut erklärt! Für mich ein interessanter Bericht und dafür 4 Sterne von mir!
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