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Zuversicht bei Brandenburger Weinanbauern: Lese könnte gut werden

Zuversicht bei Brandenburger Weinanbauern: Lese könnte gut werden. Symbolfoto: Monika Skolimowska/dpa

Viel Sonne, keine Spätfröste und warme Temperaturen: Die Brandenburger Weinanbauer sind angesichts guter Bedingungen optimistisch, dass die Ernte in diesem Jahr gut wird, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die 3000 Reben im Königlichen Weinberg im Potsdamer Park Sanssouci etwa sind derzeit voller reifender Trauben. Projektkoordinator Andreas Kramp geht von einer besseren Ernte als im Vorjahr aus. Da lag der Ertrag zusammen mit der Lese auf einem zweiten Weinberg in Gräbendorf (Dahme-Spreewald) mit 2000 Reben bei insgesamt acht Tonnen. «Es gab dieses Jahr keinen Spätfrost und wir können die Reife so auch länger begleiten», sagt Kramp. Den Weinberg ließ Friedrich II. 1769 anlegen.

Die Trockenheit hätten die Rebstöcke durch Tröpfchenbewässerung gut überstanden. Aber Kramp bleibt vorsichtig: «Erst wenn die Trauben in der Kellerei sind, sind wir über den Berg». Die blauen Trauben im Park der Sorte Regent werden zu Rotwein und Rosé verarbeitet, die weißen Trauben zu Cabernet Blanc. Kramp will in diesem Jahr auch einen Teil zu Sekt verarbeiten. In Gräbendorf bauen er und sein Team vom sozialen Unternehmen Mosaik-Berlin GmbH die Sorten Muskaris und den Neuling Cabaret Noir an - als einer der ersten in Deutschland. Gekeltert wird das Lesegut in Werder beim Weinbau Lindicke

Der Weinberg der Familie Wobar am Großräschener See ist eine stehengebliebene Böschung des ehemaligen Tagebaus Meuro auf natürlich gewachsenem Boden. Cornelia Wobar und ihr Mann bauen Wein auf 1,5 Hektar an und haben in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen ihres Betriebs. Etwa 10.000 Flaschen Wein im Jahr bringt die Ernte. Auch die Wobars rechnen mit einer guten Lese.

«Die Ansätze sind eigentlich ganz gut, es gibt Hoffnung auf eine gute Ernte», sagt auch Bettina Muthmann von der Lausitzer Wolkenberg Winzerei. Auf einem rekultivierten Tagebau am Rande der Grube Welzow-Süd stehen 26.600 Rebenstöcke auf rund sechs Hektar, die sie und ihr Team betreuen. Die Vegetationsperiode der Pflanzen, der Austrieb der Reben und die Rebblüte verlagere sich durch die Klimaveränderungen allerdings tendenziell früher ins Jahr.

37.000 Flaschen Rebensaft ergab die Lese in 2021. In diesem Jahr hofft Muthmann, einen edelsüßen Dessertwein machen zu können - durch viel Sonne seien die Chancen nicht schlecht.


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