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Weihnachtsmärkte sind offen: Senat berät Corona-Lage

Glühwein-Tassen stehen an einem Glühwein-Stand. Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie könnten auf die Berliner schon bald weitere Einschränkungen zukommen. Der Senat will am Dienstag darüber beraten. Zu möglichen Maßnahmen gehört nach Auskunft einer Senatssprecherin eine erneute Ausweitung der sogenannten 2G-Regel. Berlinweit gilt bereits, dass nur noch Geimpfte und Genesene (2G) aber nicht Getestete (3G) Zutritt zu Restaurants, Kinos oder Theatern haben. Die Regelung gilt unter anderem auch für Schwimmbäder, Friseursalons und Fitnessstudios. Zur Diskussion steht, ob das künftig auch für den Einzelhandel gelten soll und falls ja, mit welchen Ausnahmen.

Als denkbar gilt auch, dass der Senat für Großveranstaltungen über die 2G-Regel hinaus weitere Einschränkungen beschließt, zum Beispiel eine Begrenzung der Auslastung. Und auch das Thema 2G-plus steht auf der Tagesordnung der Senatssitzung. Nach einem Beschluss der Bund-Länder-Konferenz am Freitag sollen ab einer Hospitalisierungsinzidenz von 6,0 auch für Geimpfte und Genesene zum Beispiel zusätzlich Testnachweise Pflicht sein. Nach dem offiziellen Lagebericht des Senats von Montag lag der Wert in Berlin bei 3,4. Noch offen sind Details bei der Umsetzung.

Grünen-Fraktionschefin Bettina Jarasch hat sich am Montag für schärfere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ausgesprochen. «Die Lage ist sehr, sehr ernst, wir müssen jetzt in Berlin ein ganzes Paket an Maßnahmen ergreifen, um die vierte Welle zu brechen», sagte sie der «Berliner Morgenpost». 2G-plus sei ein sinnvoller Bestandteil eines Gesamtpakets.

«Wichtig ist, dass wir die jeweils gültigen Verordnungen konsequent durchsetzen, etwa durch Schwerpunktkontrollen oder Kampagnen zusammen mit Verbänden und Gewerkschaften, um die Anbieter dafür zu sensibilisieren, dass strikte Kontrollen in ihrem Interesse sind», sagte Jarasch. Außerdem sei es angebracht, Kontakte zu reduzieren und auch die Mobilität wieder herunterzufahren. Wichtig sei außerdem ein konsequentes und flächendeckendes Testen und dass dafür auch geworben werde.

Trotz der Pandemielage waren am Montag viele Berliner Weihnachtsmärkte geöffnet. Zahlreiche Besucher schlenderten bereits am Vormittag über den Weihnachtsmarkt auf dem Gendarmenmarkt. An den Eingängen musste dort jeder seinen Impf- oder Genesenen-Nachweis vorzeigen. Auf dem Weihnachtsmarkt gilt die 2G-Regel. Zusätzlich trugen viele Menschen freiwillig Masken. Auf anderen Weihnachtsmärkten wie vor dem Roten Rathaus und an der Gedächtniskirche nahe dem Ku'damm gibt es eine Maskenpflicht, dafür werden keine Impfnachweise benötigt.

Im vergangenen Jahr waren die Weihnachtsmärkte wegen der Corona-Pandemie kurzfristig ausgefallen. Auch in diesem Jahr wurden einige Märkte abgesagt, darunter die vor dem Schloss Charlottenburg und in Rixdorf in Neukölln. Die Händler auf dem Gendarmenmarkt zeigten sich am Montag skeptisch: «Wir gehen davon aus, dass wir nicht über die gesamte Zeit geöffnet haben können», sagte eine Verkäuferin. «Wir machen das schon so lange, deshalb wollten wir uns das dieses Jahr nicht wieder nehmen lassen.»

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