-

Wasser aus Ostsee darf nicht austreten: Sulfat-Belastung

Eine Justitia-Statue. Foto: Stefan Puchner/dpa/Symbolbild

Spremberg/Cottbus (dpa/bb) - Der Cottbusser Ostsee darf nur so weit geflutet werden, dass sulfathaltiges Wasser aus dem früheren Bergbau nicht in die Spree gelangen kann. Das entschied das Verwaltungsgericht Cottbus und gab damit einem Eilantrag der Stadt Frankfurt (Oder) und den Wasserbetrieben statt. Ein Gutachten über die konkreten Auswirkungen der Ausleitung aus dem Ostsee auf die Trinkwassergewinnung in Briesen (Oder-Spree) im Planfeststellungsverfahren sei unterblieben, hieß es in einer Mitteilung des Gerichts am Donnerstag.

Derzeit wird nach Angaben des Energieunternehmens Leag kein Wasser in den Ostsee geleitet. Erst wenn es im Einzugsgebiet der Spree viel regnet und der Wasserbedarf für Nutzer wie etwa Trinkwasserversorger, Binnenfischerei und die Talsperren gedeckt werden kann, wird die Flutung wieder möglich sein.

Frankfurt und die Wasserbetriebe haben Sorge, dass bei der Flutung des Ostsees das sulfathaltige Wasser aus dem Restloch in die Spree gelangt, da daraus das Trinkwasser gewonnen wird. Da ab einer Pegelhöhe von 61,8 Normalhöhenull (NHN) das Wasser austritt, dürfe der Ostsee nur bis zu dieser Höhe geflutet werden, entschieden die Richter. Um voll über die Klage entscheiden zu können, will das Gericht den Europäischen Gerichtshof in Luxemburg anrufen, um Fragen zur Trinkwasserversorgung generell zu klären. Der Ostsee - er entsteht in einem ehemaligen Tagebau - soll einmal eine Wasserfläche von knapp 19 Quadratkilometern haben. 2025 soll das Wasser die Mindesthöhe von 2,70 Meter in der Mitte des Sees erreichen.