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Walter-Borjans nennt IPCC-Bericht "Weckruf"

Walter-Borjans nennt IPCC-Bericht "Weckruf"
SPD-Chef Norbert Walter-Borjans wertet den IPCC-Bericht als Warnsignal auch für jeden einzelnen Bürger. "Der Bericht des Weltklimarats ist ein weiterer Weckruf, und er ist in einer Zeit von Feuersbrünsten und Flutkatastrophen klarer als je zuvor", sagte der SPD-Vorsitzende der "Welt" (Dienstagsausgabe). Der Klimawandel sei menschengemacht, und seine Folgen seien schon jetzt zumindest für sehr lange Zeit nicht mehr umkehrbar.
"Wir werden uns auf Wetterextreme einstellen müssen." Die schon eingetretene Erderwärmung lasse sich nicht zurückdrehen. "Das gilt weltweit und erfordert gemeinsame globale Anstrengungen, wenn wir nicht immer schneller in eine Spirale der Vernichtung unserer Lebensgrundlagen geraten wollen." Aber das Handeln beginne im eigenen Haus - bei jeder und jedem Einzelnen. Der Fingerzeig auf andere sei das schlechtest mögliche Rezept für eine Verbesserung. "Um den Lebensraum für unsere Kinder und Enkelkinder zu erhalten, können und müssen wir den weiteren Temperaturanstieg verlangsamen", forderte Walter-Borjans. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) habe gegenüber einem "zögerlichen und bremsenden" Koalitionspartner "enorme Fortschritte" durchsetzen können. So sei das Ziel der Klimaneutralität auf 2045 vorgezogen worden, und in einem Sofortprogramm würden entscheidende Weichen für die Zielerreichung gestellt. "Der Schlüssel dazu sind der massive Ausbau der erneuerbaren Energien und die Mobilitätswende in unserem Zukunftsprogramm." Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hielt der Bundesregierung unterdessen schwere klimapolitische Versäumnisse vor. "Die klimapolitische Schleichfahrt der letzten Jahrzehnte mündet in immer düsteren Prognosen", sagte Bartsch der "Welt". Die Flutkatastrophe in Deutschland, die "apokalyptischen Waldbrände" im Süden Europas - "die neue Klimarealität ist längst da". Dass die Bundesregierung auch die letzten vier Jahre auf der Bremse gestanden habe, statt ordnungspolitisch zu handeln, sei eine "Bankrotterklärung", so Bartsch. Immer mehr Güterverkehr auf der Straße und immer weniger auf der Schiene sei "ein Beleg des Versagens". Die nächste Bundesregierung müsse Klimapolitik mit massiven Investitionen in erneuerbare Energien antreiben und klimafreundliche Innovationen fördern und zum Jobmotor machen, forderte Bartsch. "Wir müssen die Globalisierung zurückfahren, wo es möglich ist. Es kann nicht sein, dass Güter fünfmal um den Globus schippern und nach kurzer Zeit irreparabel kaputtgehen. Mehr Regional- und weniger Wegwerfproduktion." Die Politik müsse den Verursachern dieses Wirtschaftens Einhalt gebieten.

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