Vermummte Männer überfallen Gruppe am Ostkreuz – Verletzte

Symbolfoto von pixabay

Bei einem Überfall einer größeren Gruppe vermummter und bewaffneter Männer auf eine kleinere Gruppe nahe dem Berliner Bahnhof Ostkreuz sind mehrere Menschen verletzt worden. Unter den Verletzten waren am Samstagnachmittag auch Polizisten. Ein Mann wurde schwer verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Berichte, nach denen die Angreifer Rechtsextremisten waren und gezielt eine Gruppe von linken Demonstranten überfielen, bestätigte die Polizei nicht. 

Nach Angaben der Polizei griffen zehn bis 15 vermummte Männer, zum Teil mit Schlagringen und Schlagstöcken bewaffnet, am Samstag gegen 16.00 Uhr die andere Gruppe aus fünf Menschen im Alter von 15, 39 und 32 Jahren an. Eine Bundespolizistin und ein Kollege hätten den Überfall auf einem Weg zum Bahnhof gesehen und versucht, mit Pfefferspray die Gruppen zu trennen. 

Polizistin ins Gesicht geschlagen 

Die Bundespolizistin habe einen Angreifer festnehmen wollen, sie sei von ihm aber mit der Faust ins Gesicht geschlagen und verletzt worden. Auch ihr Kollege wurde demnach angegriffen. Die Täter konnten fliehen. Eine 15-jährige Jugendliche und ein 39-jähriger Mann kamen mit Kopfverletzungen in ein Krankenhaus. 

In der Nähe des S-Bahnhofs Kaulsdorf nahm die Polizei dann drei Verdächtige im Alter von 19 und 20 Jahren fest, als eine größere Gruppe überprüft wurde. Polizisten beschlagnahmten Schlaggegenstände. 

Das Organisationsbündnis einer Demonstration mit dem Titel «Nach den Rechten schauen» teilte mit, 30 bis 40 Teilnehmer der Demonstration gegen Rechtsextremismus hätten sich am Samstag am Ostkreuz versammelt. Dann seien etwa 20 Personen auf den Treffpunkt der gemeinsamen Anreise zugekommen. «Sie marschierten in Zweierreihen, waren bewaffnet und vermummt – mit Holzknüppeln, Schlagstöcken, Handschuhen und Pfefferspray. Geschlossen prügelten sie auf die dort wartenden Personen ein. Dabei schlugen sie gezielt gegen Köpfe und ließen auch von bereits am Boden liegenden Personen nicht ab.» 

Opfer sagen, Täter kämen aus der Neonazi-Szene 

Das Organisationsbündnis erklärte, die Täter würden aus dem Umfeld der «Nationalrevolutionären Jugend» stammen, einer Jugendorganisation der Neonazi-Partei III. Weg, einer sei als bekannter Neonazi erkannt worden. Die Polizei habe nicht rechtzeitig eingegriffen. 

Dass der Überfall einen politisch-extremistischen Hintergrund haben könnte, bestätigte die Polizei zunächst nicht. Es gebe derzeit keine Hinweise auf eine politische Motivation, der Grund sei unklar, sagte eine Sprecherin. Die Ermittlungen würde derzeit nicht vom Staatsschutz im LKA, der für Extremisten zuständig sei, geführt.


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