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Vermietungsexperte Matthias Heißner: Durch Mietendeckel können Vermieter in finanzielle Schieflage geraten!

Vermietungsexperte Matthias Heißner: Durch Mietendeckel können Vermieter in finanzielle Schieflage geraten! Foto: Shutterstock

Berlin. Über ein Jahr lang waren die Mieten in Berlin gedeckelt, bis das Bundesverfassungsgericht das Gesetz für nichtig erklärte. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, welche Auswirkungen der Mietendeckel in dieser Zeit insbesondere auf private Vermieter hatte. Einige konnten ihre Kredite nicht mehr bedienen, bei über der Hälfte sank die Bereitschaft zu Modernisierungen. Das hatte fatale Folgen für den Wohnungsmarkt, wie Vermietungsexperte Matthias Heißner, Gründer des Bonitätsprüfers Mietercheck.de, analysiert.

Als die Karlsruher Richter im April dieses Jahres den Mietendeckel für verfassungswidrig erklärten, war die Aufregung groß. Kommentiert wurde die Entscheidung als ein Desaster für den rot-rot-grünen Senat. Untersuchungen hatten zu dem Zeitpunkt bereits gezeigt, dass sich durch den Mietendeckel das Wohnungsangebot verringert hat und Menschen daher in Berlin noch größere Schwierigkeiten hatten, eine Wohnung zu finden. Die Auswirkungen auf die privaten Vermieter, die den Großteil der Wohnungen in der Hauptstadt anbieten, wurden bisher aber nicht beleuchtet. Eine IW-Befragung von 283 Berliner Vermietern im Frühsommer 2021 schafft nun Klarheit: Vier Prozent der Befragten konnten aufgrund des Mietendeckels ihre Immobilienkredite nicht mehr bedienen, 15 Prozent berichteten von starken finanziellen Einschränkungen. „Hier wird wieder einmal klar: Der Mietendeckel ist reiner Populismus und sorgt nachweislich für enorme Probleme für Vermieter“, ärgert sich Matthias Heißner.

58 Prozent der Vermieterhaushalte haben ein Nettoeinkommen von unter 3.000 Euro im Monat. Das zeigt, dass der Großteil der Vermieter nicht das große Geschäft mit ihren Immobilien machen. Vielmehr ist ihr Umsatz durch Vermieten eher im unteren Bereich anzusiedeln. Wenn diese Vermieter nun nicht mehr in der Lage sind, aufgrund des Deckels die Bausubstanz ihrer Immobilie aufrecht zu erhalten, ist es nicht verwunderlich, wenn sie diese verkaufen. Und dann kommen die großen Investoren ins Spiel.

Neben diesen unmittelbaren Auswirkungen auf die Finanzierung gaben mehr als die Hälfte der Vermieter an, dass ihre Bereitschaft zu energetischen Sanierungen aufgrund des Mietendeckels stark abgenommen hatte. Und auch kleine Investitionen, wie Maler- oder Renovierungsarbeiten, wollten ein Großteil der Befragten nicht mehr durchführen. Es hätte sich nicht gerechnet. Dass für solche Investitionen offensichtlich weniger Geld zur Verfügung stand, zeigt auch ein Blick auf die Vermögensbildung der Befragten, denn private Vermieter nutzen Wohneigentum häufig zur Altersvorsorge. Auch hier hatte der Mietendeckel gravierende Auswirkungen: Jeder Fünfte gab an, dass er in Folge des Mietendeckels Nettoverluste aus dem Vermietungsgeschäft zu tragen hatte.

„Endlich legt eine Studie dar, welche fatalen Auswirkungen ein Mietendeckel für Vermieter hat“, sagt Matthias Heißner, Mitbegründer und Geschäftsführer des Bonitätsprüfers Mietercheck. „Es beweist, dass eine zu starke Regulierung der Mieten dem Wohnungsmarkt erheblich schadet. Auf der einen Seite sinkt die Motivation, neuen Wohnraum zu schaffen. Auf der anderen Seite verschlechtert sich die Bausubstanz mangels Renovierungen“, so der Experte.

Ein Gastbeitrag/Quelle: Mietercheck GmbH

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