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Verband: Präsenzunterricht gut begonnen

Eine Lehrerin mit FFP2-Maske unterrichtet in einer ersten Klasse. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa/bb) - Die weiterführenden Schulen in Brandenburg sind nach Einschätzung des Pädagogenverbands gut in den Präsenzunterricht gestartet - dennoch kamen aus der Lehrerschaft kritische Töne. Dass der Präsenzunterricht mit Vorschlägen des Bildungsministeriums etwa zu Exkursionen so kurz vor den Ferien komme, habe die Lehrer «erbost», sagte die Vizepräsidentin des Pädagogenverbandes in Brandenburg, Dagmar Graefe, der Deutschen Presse-Agentur. Die Kolleginnen und Kollegen seien derzeit mit Nachprüfungen und Notenkonferenzen befasst.

Ein weiteres Problem sei, dass es für die Bewertung von Distanzunterricht nur schmale Vorgaben gebe. Teilweise hätten Lehrer Angst, dass ihre Noten angreifbar seien. Zusätzlich noch fachliche Exkursionen zum Unterrichtsinhalt kurzfristig zu organisieren, sei schwierig.

Zwei Wochen nach den Grundschulen sind angesichts niedriger Corona-Infektionszahlen am Montag auch die weiterführenden Schulen wieder in den kompletten Präsenzunterricht gestartet. In den kommenden zweieinhalb Wochen vor den Sommerferien in Brandenburg solle neben dem Lernen vor allem der soziale Zusammenhalt in der Klassengemeinschaft im Vordergrund stehen, hatte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) erklärt. Daher sind eintägige Ausflüge und Exkursionen erlaubt.

Graefe sieht ein weiteres Problem darin, dass nach wie vor nicht alle Lehrerinnen und Lehrer geimpft seien. Sie erhielten eher zufällig einen Impftermin. Insbesondere im ländlichen Raum gebe es Landkreise, in denen noch nicht einmal die Grundschullehrer vollständig geimpft seien. Das Bildungsministerium hatte mitgeteilt, allen Lehrenden ein Impfangebot machen zu wollen.

Dazu komme, dass sich am baulichen Zustand der Schulen in vielen Regionen nichts geändert habe, stellte Graefe fest. In den Schulen gebe es viel zu kleine Räume, das Risiko von vollen Klassen sei insbesondere so kurz vor den Ferien kaum zu verantworten. Zudem sei nicht zu sehen, dass nach einem Jahr Planungen für die Umgestaltung von Schulen vorankämen. «Das Bundesprogramm für ein paar Lüftungsgeräte ist da bei Weitem nicht ausreichend», so Graefe.