-

Urteil: Tote müssen in Berlin mindestens 20 Jahre ruhen

Zwei Engel stehen als Grabzierde auf einem Friedhof in Berlin. Foto: Annette Riedl/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Berlin (dpa/bb) - Die Asche eines Toten darf in Berlin während der Ruhezeit nicht umgebettet werden - auch dann nicht, wenn seine Angehörigen zu alt sind, um einen weit entfernten Friedhof weiterhin zu besuchen. Das hat das Verwaltungsgericht Berlin am Donnerstag in der Urteilsbegründung für ein Verfahren bekanntgegeben, das bereits am 26. Oktober zu Ende gegangen war. Es entschied damit gegen die Klage eines Senioren, der nach einem Umzug vergeblich beantragt hatte, die Urne seines 2019 verstorbenen Sohns umzubetten. Das Gericht urteilte, die Ruhe der Toten dürfe nach dem Berliner Friedhofsgesetz nur im Ausnahmefall gestört werden: Nämlich nur dann, wenn sich die Lebensumstände von Angehörigen atypisch und unerwartet ändern und man das Einverständnis des Toten voraussetzen oder zumindest annehmen kann. Ein Umzug, altersbedingte Gesundheitsverschlechterungen oder der Wunsch, den Lebensabend bei den Kindern zu verbringen, reichen nach Ansicht des Gerichts als Begründung nicht aus. Die Mindestruhezeit auf Berliner Friedhöfen beträgt 20 Jahre. Gegen das Urteil können die Erben des Klägers noch Berufung einlegen. Der Mann selbst war im Verlauf des Verfahrens gestorben.