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Über 150.000 Impfungen und neue Corona-Regeln geplant

Ein Mann wird mit dem Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft. Foto: Sven Hoppe/dpa/Symbolbild

Potsdam (dpa/bb) - Die Zahl der Impfungen in Brandenburg soll angesichts immer neuer Höchstwerte der Corona-Infektionen auf mindestens 150.000 pro Woche gesteigert werden. Das ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur als Ziel bei dem Impfgipfel geplant, zu dem Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) für Freitag einlud. Laut Gesundheitsministerium gab es vergangene Woche 42.000 Impfungen in Brandenburg, geplant ist ein Ausbau mobiler Angebote in Kommunen und von Impfungen bei Ärzten. Woidke kündigte schärfere Corona-Regeln an. «Wir werden in der nächsten Woche schon neue Maßnahmen beschließen müssen», sagte er dem Sender Phoenix. «Wir haben heute schon vor allen Dingen im Süden des Landes an der sächsischen Grenze eine dramatische Situation im Krankenhausbereich.»

Die Sieben-Tage-Inzidenz neuer Corona-Infektionen schnellte in Brandenburg auf über 500. Die Gesundheitsämter meldeten innerhalb eines Tages 3123 neue Ansteckungen, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Die Zahl neuer Fälle je 100.000 Einwohner in einer Woche ist laut Robert Koch-Institut mit 507,1 der vierthöchste im Ländervergleich. Innerhalb Brandenburgs hat der Landkreis Elbe-Elster weiter die höchste Inzidenz - sie stieg auf 1144,6, gefolgt von Oberspreewald-Lausitz mit 894,9.

Aus einem Schreiben von Staatskanzleichefin Kathrin Schneider (SPD) an Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) geht hervor, dass ein flächendeckender Aufbau von mindestens 100 Impfstellen vorgesehen ist, schrieben die «Potsdamer Neuesten Nachrichten» (Freitag). Der Impffortschritt in Alten- und Pflegeheimen soll umgehend geprüft werden. Der Impfstab im Gesundheitsministerium mit 14 Mitarbeitern soll um jeweils 2 Mitarbeiter aus allen Ressorts verstärkt werden.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums, Gabriel Hesse, verwies darauf, dass mehrere Punkte aus dem Brief bereits im Fluss seien. «Beim Impfen in Altenheimen sind wir seit September engagiert dabei.» Bis Ende November sollten alle Bewohnerinnen und Bewohner grundsätzlich eine Auffrischungsimpfung erhalten haben.

Der Landrat des von Corona stark betroffenen Landkreises Elbe-Elster, Christian Heinrich-Jaschinski, dringt vor dem Impfgipfel auf eine klare Aussage zum Impfpersonal. «Gesundheitsämter haben dafür kein medizinisches Personal mehr und Krankenhäuser, die mit der Corona-Lage konfrontiert werden rund um die Uhr und hochgefahren sind, haben sicherlich auch keine Kapazität», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Die Verantwortlichkeit für die Impfungen von den Kassenärzten und dem Land zu den Kommunen zu geben, halte er in dieser Zeit «für unangemessen und kontraproduktiv».

Angesichts steigender Infektionszahlen warb der Elbe-Elster-Landrat für die Impfung gegen das Coronavirus. Wenn es nicht gelinge, «einen Ruck in der Bevölkerung zu erzeugen», ein Umdenken, dass sich mehr Menschen zum eigenen Schutz und zum Schutz ihrer Mitmenschen impfen ließen und sich vor Kontakten testeten und auch sonst die notwendigen Regeln beachteten, werde auch die Lage in Südbrandenburg immer schwieriger, sagte er am Freitagmorgen im rbb-Inforadio.

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