Tornado-Verdacht in Cottbus - Gewitter richtet Schäden an

Foto von Michael Bahlo/dpa

Umgestürzte Bäume, beschädigte Autos und Hausdächer - ein Unwetter hat in Cottbus Zerstörungen angerichtet. War es ein Tornado, der eine Spur der Verwüstung hinterließ? Eindeutig geklärt ist das bislang nicht. Das Wetterphänomen sei als Tornado-Verdachtsfall eingestuft, sagte der Meteorologe Stefan Rubach vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Potsdam einen Tag nach dem Gewitter. 

Nach Angaben der Stadt Cottbus richtete das Unwetter im Ortsteil Sielow auf rund 300 Metern erhebliche Schäden an: Abgedeckte und beschädigte Dächer, umgestürzte und entwurzelte Bäume, beschädigte Autos und verbogene Gartenzäune. Ein älterer Campingwagen sei durch die Luft geschleudert worden und in einem Zaun gelandet. In dem betroffenem Bereich sei die Feuerwehr zu 17 Einsätzen ausgerückt. 

In einer anderen Straße mussten laut Stadt sieben umgestürzte und ineinander verkeilte Bäume entfernt werden. Die Höhe der entstandenen Schäden ist bislang nicht bekannt. Zuvor hatte der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) berichtet. 

Tornado oder doch eine Gewitterfallböe?

DWD-Meteorologe Rubach sagte zu dem Wetterphänomen in Cottbus, es könne ein Tornado oder eine Gewitterfallböe sein. Dies müsse begutachtet werden anhand von Radardaten und Schadensbildern vor Ort. Es handle sich um kleinräumige Phänomene. Das heißt, an einem Ende eines Straßenzuges kann ein Tornado große Schäden anrichten, einige hundert Meter entfernt davon ist nichts zu merken.

Tornados und Fallböen - englisch als Downburst bezeichnet - hängen zwar meist mit schweren Gewittern zusammen, unterscheiden sich aber physikalisch. Laut DWD sind Tornados stark rotierende Luftwirbel mit vertikaler Drehachse, die sich aus einer Schauer- oder Gewitterwolke entwickeln und Verbindung mit dem Boden aufnehmen. Oft ist ein rotierender Wolkentrichter oder Schlauch zu sehen. 

Fallböen entstehen laut Wetterexperten dagegen, wenn kalte Luft in einem Gewitter nach unten fällt, auf den Boden trifft und sich dort in linearer Richtung ausbreitet. Sie sehen wie eine Art weiße Wand aus und können Windgeschwindigkeiten von mehr als 200 Kilometer in der Stunde erreichen, so der DWD. 


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