Thüringens SPD fürchtet Anstieg der Altersarmut in Ostdeutschland

Thüringens SPD fürchtet Anstieg der Altersarmut in Ostdeutschland
Der thüringische SPD-Vorsitzende Georg Maier hat vor Altersarmut in Ostdeutschland gewarnt. "Viele der DDR-Baby-Boomer gehen bald in Rente und werden größtenteils in der Grundrente landen", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgabe). "Das ist die Folge der hohen Arbeitslosigkeit und der niedrigen Einkommen der Nachwendezeit. Es droht verbreitete Altersarmut, weil die Menschen im Osten oft keine Betriebsrenten haben und auch nicht privat vorsorgen konnten", so der SPD-Politiker. Die durchschnittliche Grundrente in Thüringen betrage gerade einmal 1.100 Euro.
Das liege unterhalb der Armutsgrenze, erklärte Maier. Denn als arm gelte, wer weniger als 60 Prozent des bundesdeutschen Durchschnittseinkommens zur Verfügung habe; das seien aktuell 1.186 Euro monatlich. Die Inflation der letzten zwei Jahre habe diese Situation noch einmal verschärft. Maier sagte, er wolle jetzt nicht mehr länger auf politische Kurskorrekturen auf der Bundesebene warten und schlage deshalb ein aus Landesmitteln finanziertes Programm für die zirka 54.000 Grundrentner in Thüringen vor. Es solle aus einer jährlichen Einmalzahlung von 500 Euro bestehen und für die nächste Legislatur befristet sein, bis der Bund eine spürbare Aufstockung der Grundrente vorgenommen habe. Die Kosten betrügen 27 Millionen Euro pro Jahr.

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