-

Taser-Probelauf bei Polizei: «Akzeptanz ist gut»

Torsten Herbst. Foto: Ralf Hirschberger/dpa/Archivbild

Potsdam (dpa/bb) - Ein Pilotprojekt zum Taser-Einsatz bei der Brandenburger Polizei verläuft nach Angaben der Behörde nutzbringend. Der Probelauf mit den Distanz-Elektroimpulsgeräten war im Frühjahr gestartet. Zunächst seien 76 Angehörige der Polizeiinspektion Elbe-Elster ausgestattet worden, sagte Polizeipräsident Oliver Stepien am Mittwoch in Potsdam. Seit Anfang Juni seien auch Beamte der Dritten Hundertschaft dabei. «Die Akzeptanz ist sehr gut», sagte er. Die Taser bewahrten die Kollegen vor massiven gesundheitlichen Risiken bei ihren Einsätzen.

«Die Geräte schließen eine Lücke zwischen Pfefferspray und Schusswaffen», sagte der Polizeipräsident. Sie seien geeignet, wenn Beteiligte unter Alkohol oder Drogen stünden und nicht den Anweisungen der Beamten folgten. Nach Polizeiangaben wurden bei Einsätzen bislang sieben Androhungen ausgesprochen, zweimal wurde das Gerät verwendet. Nach Abschluss des Probelaufs und der anschließenden Evaluierung entscheidet das Innenministerium über die Anschaffung.

Der sogenannte Taser ähnelt einer Pistole. Mit einem Lichtblitz und einem akustischen Signal wird sein Einsatz einer Person zunächst angedroht, die möglicherweise einen Beamten oder andere Menschen attackiert. Hilft das nicht, folgt der Elektroimpuls. Dadurch wird der Angreifer kurzzeitig handlungsunfähig gemacht. Anvisiert werden die Bauchgegend, Oberschenkel oder Rippenbogen. Der Strom wirkt sich vor allem auf die Muskeln aus.

Wie weiter mitgeteilt wurde, hat die Brandenburger Polizei nun auch einen Ansprechpartner für Extremismus und Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Vorwürfe gegen die Polizei sollen frühzeitig überprüft und aufgeklärt werden, betonte Polizeipräsident Stepien. Das Vertrauen der Bevölkerung in die Polizei müsse geschützt werden. Den Brandenburgern sollen mögliche Ängste vor Extremisten und allen Formen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit in der Polizei genommen werden.

Ansprechpartner ist Andreas Wimmer, zuletzt Leiter des Direktionsstabes in der Polizeidirektion West. «Hinsehen statt wegsehen» sei der der Maßstab, sagte er. Präventive Maßnahmen gegen alle Formen der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit werden den Angaben zufolge intensiviert. Wimmer ist unmittelbar an die Behördenleitung des Präsidiums angebunden und wirkt sowohl intern als auch nach außen. Der Ansprechpartner hat ein Zugriffsrecht auf alle Polizeibereiche.

© dpa-infocom, dpa:210629-99-192747/3

 


Werbeangebote und Informationen
So werden Sie gefunden!
Werbeangebote und Informationen