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Tablets gestohlen: Prozess gegen Reinigungskraft geplatzt

Eine Figur der Justitia. Foto: Volker Hartmann/dpa/Archivbild

Berlin (dpa/bb) - Der Prozess um den Diebstahl von 242 neuen Tablets aus einer Berliner Oberschule im Wert von fast 100.000 Euro ist im ersten Anlauf gescheitert. Das Amtsgericht Tiergarten setzte die Verhandlung gegen einen 26-Jährigen am Freitag nach der Befragung der ersten Zeugin aus. Er habe festgestellt, dass für die Beweisaufnahme mehr als nur ein Tag benötigt werde, erklärte der Vorsitzende Richter. Weil er in Kürze zu einem anderen Gericht abgeordnet werde, könne er den Prozess nicht fortführen. Einen Neustart mit einem anderen Vorsitzenden Richter werde es voraussichtlich am 20. Juli geben.

In dem Verfahren geht es um den Diebstahl von Geräten im Gesamtwert von fast 100.000 Euro. Schüler aus sozial benachteiligten Familien sollten in der Corona-Pandemie die Tablets für den Unterricht zu Hause bekommen, heißt es in der Anklage. Der 26-Jährige, der als Mitarbeiter einer Reinigungsfirma im Schulgebäude tätig gewesen sei, soll die Geräte in der Nacht zum 28. Januar 2021 aus einem gesicherten Raum entwendet haben. Er habe einen Generalschlüssel und einen Transponder eingesetzt.

Der Mann wurde knapp zwei Wochen nach der Tat festgenommen. Die Tablets seien nicht aufgetaucht, hieß es damals. Wegen der Nutzung eines Transponder-Chips zum Ausschalten der Alarmanlage sei das Reinigungspersonal schnell in Verdacht geraten. Die Verteidiger des Angeklagten erklärten zu Prozessbeginn, ihr Mandant schweige.

Als erste Zeugin wurde die Schulleiterin befragt. Die 242 Tablets seien nur wenige Stunden vor dem Diebstahl geliefert worden, sagte die 49-Jährige. Die Lieferung sei unangekündigt eingetroffen. Sie hätten die Tablets in einen mit Alarmsicherung ausgestatteten Raum für eine Nacht lagern wollen. Es seien an dem Tag nur wenige Menschen in der Schule gewesen. Der Angeklagte habe zumindest mitbekommen, dass etwas Größeres geliefert wurde.

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